Stefan Raue: „Die Einordnung ist das Wichtigste“

Wir haben, zugespitzt gesagt, die merkwürdige Diskussion, Medien wären gut, wenn sie nur das abbilden, was ist. Und so einfach ist die Geschichte nicht. Fakten sagen für sich gar nichts, die Einordnung ist das Wichtige, der Diskurs darüber ist das Wichtige. Meinung ist keine Kampfansage an den anderen, ist kein Beitrag zum inneren Bürgerkrieg. Es kommt nur darauf an, dass Meinungen in einer fairen Weise diskutiert werden können. …. Öffentlich-rechtliche Medien haben zwei Aufgaben: zu spiegeln, was in der Gesellschaft ist. Und es einzuordnen. Wir können auf keines von beiden verzichten.

Stefan Raue, faz.net, 15.11.2020 (online)

Zitiert: das Problem an Pro-und-Contra-Formaten

Es sind Gedankenspielereien, Übungen aus dem Rhetorikseminar, wo man sich mit den Argumenten der Gegenseite vertraut macht, um sie besser entkräften zu können. Solche Gedankenspiele sind legitim, wenn es um Dinge geht wie Fassadenbegrünung oder die Gestaltung eines Spielplatzes. Aber schon bei…

Zitiert: Warum Journalismus nicht auf jede Bewegung in sozialen Netzwerken reagieren muss

Aber 90 Prozent der Drohungen und Schmähungen stammen von zehn Prozent der Leser, und die 90 Prozent Vernünftigen melden sich selten oder nie. So entsteht ein verzerrtes Bild der öffentlichen Meinung. Über einen Shitstorm bei Facebook oder Twitter liest man auch in seriösen Medien; so wird er Teil des öffentlichen und damit auch politischen Diskurses. Da ist journalistische Verantwortung gefragt. Nur weil ein paar tausend Menschen im Internet auf etwas schimpfen, ist das noch lange kein Grund für Berichterstattung.

Dirk Steffens, spektrum.de, 17.09.2020 (online)

Zitiert: Theorie und Wahrheit – Bedürfnis an Berichten über linke Meinungsdiktatur ist groß

Weil das Bedürfnis nach Berichten über linke Meinungsdiktatur so groß, die realen Fälle aber fast inexistent sind, greift man bereitwillig nach jedem Strohhalm, der eine Bestätigung des vorgefertigten Weltbildes verspricht.

Wenn es dann aber nicht einmal einen solchen Strohhalm gibt, denkt man sich die Fälle kurzerhand aus.

Floris Biskamp, tagesspiegel.de, 27.05.2020 (online)

Zitiert: Ein Weg sich zu radikalisieren

Je enger das Weltbild und die eigene Lebenswirklichkeit ist und je stärker man sich auf verschiedenen Ebenen abkapselt, umso wahrscheinlicher ist es, dass man sich in seinen Einstellungen radikalisiert. Und dieser Effekt ist nicht an eine bestimmte politische Position oder Meinung gebunden.

Merja Mahrt, zeit.de, 22.10.2019 (online)