Untersuchung zu Produktionsbedingungen und Markteinschätzung journalistischer Langformen im Web

Alexander Godulla und Cornelia Wolf fassen Ihre Untersuchung wie folgt zusammen: „Scrollytelling, Webdokumentationen und Multimediastorys werden derzeit in Deutschland unter stark unterschiedlichen Bedingungen produziert. Obwohl die Etablierung besonders im Journalismus als weit fortgeschritten wahrgenommen wird, stehen hier weitaus weniger Produktionsmittel zur Verfügung…

Zitat: Was ist guter Journalismus (I)

Ein guter Journalismus, vor allem wenn er sich als politischer Journalismus versteht, sollte die „Tugend des Idioten“ pflegen – und zwar im positiven Sinne, nämlich die Kunst des Sich-Naiv-Stellens. Also: nicht so schnell Antworten, oder Positionen oder Phrasen oder auch bestimmte Sprachbilder akzeptieren, sondern einfach mal sich dumm stellen.

Brigitte Baetz, DEUTSCHLANDFUNK, 02.10.2015, Manuskript (pdf)

Zitat: Was ist guter Journalismus? (I)

„Journalismus heute muss die Zeit neu erfinden, die Zeit stillstellen, zeigen, dass die permanente Dynamik, die forcierte Info-Raserei nirgendwohin führt, Journalismus muss abbremsen. … Der homo digitalis neigt zur Weltfresserei, Weltvöllerei, er schlägt sich ohne Unterlass den Kopf und Magen voll mit Weltbild und Weltbild, gleichzeitig macht er kaum noch reale Erfahrungen, die diesen Welthunger stillen, diesen Erfahrungshunger. Guter Journalismus bringt die Welt in die Reichweite des Lesers, ohne gleichzeitig das Verlangen nach noch mehr Weltfresserei zu wecken.“

 

Dieter Anschlag in Medienkorrespondenz, 05/2016 (online)

Situation der Auslandsjournalistinnen und -journalisten

„Der Kosten- und Aktualitätsdruck sorgt dafür, dass freie Auslandskorrespondenten mehr noch, als ohnehin schon nötig wäre, wirtschaftlich-strategisch handeln müssen.“ Das könne dazu führen, dass über einzelne Regionen kaum noch berichtet würde, schreibt Tim Kukral in seiner kürzlich erschienenen Studie „Arbeitsbedingungen freier Auslandskorrespondenten“.

Die „Vereinheitlichung der internationalen Berichterstattung“ könnte eine mögliche Folge dieser Entwicklung sein, so Horst Pöttker in seinem Vorwort. Dieser Verlust der Vielfalt und Qualität könne letztlich auf eine Einschränkung der Informationsfreiheit des Publikums hinauslaufen.

 

Weiterlesen (online)

 

Medienverlage und Lobbyorganisationen als Kooperationspartner

In „Ausverkauf des Journalismus – Medienverlage und Lobbyorganisationen als Kooperationspartner“ betrachtet Marvin Oppong eine strukturelle Entwicklung genauer, die bisher von Öffentlichkeit und Zivilgesellschaft relativ unbeachtet blieb. Der Autor beschreibt die zunehmenden Kooperationen von Zeitungsverlagen mit Lobbyorganisationen und analysiert sie unter den wichtigen Fragestellungen der Unabhängigkeit und Objektivität der Redaktionen und ihrer Berichterstattung. Dabei warnt er vor erheblichen negativen Konsequenzen, wenn diese Entwicklungen in ihrer jetzigen Form weitergehen.

 

Zum Download (pdf)