Zitiert: Journalisten machen sich zur Marke

Journalisten machen sich mit Meinungsäußerungen zur Marke, während politische Akteure sich eigene Kanäle schaffen, um die jeweilige Zielgruppe direkt zu erreichen. Derzeit wird viel über sogenannte Newsrooms diskutiert, mit deren Hilfe Parteien und Ministerien ihre Öffentlichkeitsarbeit in sozialen Medien professionalisieren wollen – oft auch mit der Expertise gelernter Journalisten. Das Ziel: auf die Minute geplante Tweets, auf bestimmte Gruppen zugeschnittene Bilder, in Diskurse einsteigen, die trenden. Ob sie gesellschaftlich relevant sind, ist dabei manchmal nachrangig.

Mey Dudin: Politiker setzen in der Kommunikation auf soziale Netzwerke, epd medien, 28/2019, S. 3

Zitiert: 10.000 Kommentare sind bei 81.000.000 Menschen ein Bruchteil

In einem Land von 81 Millionen Menschen sind selbst Zehntausende Kommentare erstens nur ein Bruchteil. Zweitens kommen viele davon von ein und derselben Person, die gleichzeitig auf mehreren Plattformen aktiv ist. Viele Kommentare sind gesteuert, lanciert von bekannten Multiplikatoren oder Influencern. Manche kommen aus Trollfabriken. Sie werden aufgegriffen von einschlägig bekannten Politikerinnen und Medienvertretern, die das Netz ebenso wenig verstehen oder Interesse an der Richtung des Shitstorms haben

Lamya Kaddor, t-online.de, 02.01.2020 (online)

Zitiert: Es gibt keinen digitalen Journalismus

Journalismus hat sich in den vergangenen zehn Jahren geändert: Er hat neue Formate und neue Distributionskanäle gefunden. Es gibt jetzt Digital-Journalistinnen und Digital-Ressorts. Was Journalismus aber wirklich braucht, ist kein Bindestrich-Digital-Attribut. Es gibt keine digitale Gesellschaft. Es ist die Gesellschaft. Und deshalb…

Zitiert: Kein Journalist muss seine Meinung verkaufen

„Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten. Frei ist, wer reich ist“, hatte Sethe formuliert. Und weil meistens nur diese zwei Sätze aus der viel umfangreicheren Argumentation Sethes zitiert werden, ist hier der Rest: „Journalisten, die diese…

Zitiert: Journalismus ist etwas Anderes, als abzubilden, was „die Menschen im Land bewegt

In einer Hinsicht hat das Büchlein aber durchaus Erkenntniswert, denn es führt vor Augen, wie wenig sich Redaktionen der eigenen politischen Rolle qua „Agenda-Setting“ bewusst zu sein scheinen. So vertreten unsere Talkmasterinnen und Talkmaster in mehreren zitierten Gesprächen die naive Ansicht, lediglich…