Zitiert: Der Publikumsgeschmack ist keine Naturkonstante

Das, was Publikumsgeschmack heißt, ist keine Naturkonstante. […] Nichts fördert die allgemeine Bedürfnislosigkeit so gründlich wie ein Programm, dessen oberster Grundsatz es ist, sich nach den durchschnittlichen geistigen Bedürfnissen zu richten. Indem die Rundfunkanstalten sich damit begnügen, den Publikumsgeschmack zu erkunden und ihm hinterherzulaufen, produzieren sie ihn zugleich, oder anders gesagt: Sie sind in hohem Maße selbst für die Geistes- und Geschmacklosigkeiten  verantwortlich, die zu senden die Publikumsnähe ihnen angeblich gebietet.

Jurek Becker: Die Worte verschwinden, Spiegel 2/1995, S. 160 (online)

Zitiert: Beitragserhöhung nur dann, wenn auch Qualität ohne Quote möglich ist

Die Formel der ARD und des ZDF darf eben nicht wie bei der Konkurrenz lauten: Qualität oder Quote, sondern Qualität und Quote und im Zweifelsfall auch Qualität ohne Quote. Dafür und nicht als Startgeld beim Rattenrennen sind die Einnahmen durch Gebühren gedacht. Nur wenn das garantiert wird, darf über eine Erhöhung der Rundfunkgebühren überhaupt erst nachgedacht werden.

 

Michael Jürgs: „Schmunzeln, bis die Anstalt kracht“, FAZ, 27.9.2011 (online)

 

Zitiert: Das Problem ist ja nicht, dass eine Sendung wie „aspekte“ so ist, wie sie ist

Bedauerlich ist, dass es nicht auch noch etwas anderes gibt im Hauptprogramm der Öffentlich-Rechtlichen. Etwas, das komplexer, radikal anders, langsamer und uneindeutiger wäre, das mehr Raum zum Denken ließe, indem es den Zuschauer mit etwas konfrontierte, das seine Kenntnis übersteigt, das ihn intellektuell herausfordert. Das Ärgerliche ist, dass „aspekte“ schon das mutigste, vom Quotendruck am ehesten entlastete Kulturformat im Hauptprogramm des ZDF darstellt. Wäre es nur ein Anfang, der Einstieg in die Welt der kulturellen Sinnstiftung, dann wäre im Fernsehen noch vieles möglich. Lassen wir die Hoffnung nicht fahren!

 

Timon Karl Kaleyta, faz.net, 12.02.2019 (online)

Zitiert: Mehr Geld für neue Fassbinder

Vielleicht bringt nicht jede Generation einen neuen Fassbinder hervor. Aber ein paar Gelder mehr vom täglichen Unterhaltungsbreibudget abzuzwacken – für Künstler – wäre schon dufte.

 

Bettina Lamprecht, Blickpunkt:Film, 5/2019, S. 76 (nicht online)