Zitiert: Feministische Politik sei mehr als Inklusion

Aber so entsteht die Vorstellung, dass das bereits feministische Politik sei, nur weil Inklusion stattfindet. Und ich sage auch nicht, dass nur Männer patriarchal sind. Ich sage: Menschen sind patriarchal. Und solange man sich nicht mit dieser extraktiven Logik der Nutzbarmachung auseinandersetzt, trifft man den Kern des Problems nicht. Man spielt weiterhin nach den bestehenden Regeln. Das heißt natürlich nicht, dass wir nicht gegen sexuelle Belästigung in Tech-Unternehmen vorgehen oder für mehr Inklusion sorgen sollten. Aber das allein wird das Problem des Big-Tech-Patriarchats nicht lösen.

Sarah Sharma, sueddeutsche.de, 06.05.2026 (online)

Zitiert: Ein Sprachmodell will nicht seriös sein

Es errechnet wahrscheinliche Fortsetzungen. Liegen technische Fehler, Gremlins und ein alberner Ton in seinem Assoziationsraum nah beieinander, wird aus der Fehleranalyse eben Phantasieprosa. Die Lösung besteht nicht in Einsicht, Reue oder einem Mitarbeitergespräch, sondern in einer weiteren Zeile in den Grundanweisungen einer…

Zitiert: Die entscheidende Frage ist nicht, ob Redaktionen KI nutzen

Die KI-Invasion redaktioneller Routinen beginnt dort, wo der Widerstand gering ist: im Wetter, im Verkehr, in Serviceformaten, in standardisierten Meldungen, im Sport. Gerade deshalb ist sie so folgenreich. Sie beginnt an den Rändern des Journalismus und rückt allmählich ins Zentrum vor. Mit…

Zitiert: Die größte Gefahr der KI

Die größte Gefahr ist nicht, dass KI uns ersetzt, sondern dass KI die Strukturen verändert, in denen wir Realität wahrnehmen. Durch Algorithmen, durch (gezielt?) falsche Gewichtung, durch eine beeinflusste Informationsökologie auf Social Media entsteht ein verzerrtes System, das unsere Wahrnehmung der Realität verformt. Wir bemerken diese Veränderung oft erst, wenn sie bereits voll wirksam ist.

Andre Wolf, taz.de, 30.04.2026 (online)

Zitiert: KI selbst kann im klassischen Sinn keine Zensur ausüben

Zensur geht im bisherigen Verständnis von Menschen oder Organisationen aus, die Systeme gestalten und steuern. Lange Zeit war sie vor allem ein Instrument von Staaten, doch heute wird sie auf parastaatlicher Ebene auch durch Plattformen, Konzerne oder andere Machtstrukturen umgesetzt. KI übernimmt dabei nicht die Entscheidung, sondern die Umsetzung. Und dabei geht es um schnelle, menschenlose Umsetzung. Sie filtert, gewichtet und sortiert Inhalte entlang von Vorgaben, die von Menschen definiert wurden.

Andre Wolf, taz.de, 30.04.2026 (online)