Zitiert: Mehr Bereitschaft zur Übernahme finanzieller Risiken seitens der Redaktionen

Es bräuchte also einen fairen Umgang mit Freischaffenden und mehr Bereitschaft zur Übernahme finanzieller Risiken seitens der Redaktionen. Und im sogenannten Storytelling bräuchte es mehr Mut zur Reportage. Will heissen: Mehr ergebnisoffene Recherche vor Ort, mehr Ungewissheit, mehr Selbstreflexion. Auch wenn sich diese Werte in keine Marketingbotschaft packen lassen. Ohne grundlegende Umorientierung bleiben Fälschungsskandale – nicht immer gleich in Relotius-Grössenordnung – weiterhin wahrscheinliche Ausgeburten eines Systems, in welchem das Geld die menschliche Realitätserfahrung dominiert.

Pascal Sigg, infosperber.ch, 29.11.2022 (online)

Zitiert: Der wirtschaftliche Aspekt der Relotius-Debatte

Dieser kam bisher kaum zur Sprache. Claas Relotius war als freischaffender Reporter ein Nobody in einem schwierigen Marktumfeld, als er seine ersten Artikel verkaufte. Denn die grossen Redaktionen, welche Erzähljournalismus in den Jahren vor dem Skandal publizierten, wollten häufig Unmögliches: Im entsprechenden…

Zitiert: Erzähljournalismus ist eine Reaktion auf geschäftliche Konkurrenz

Erzähljournalismus, dessen Handwerk häufig und auch abschätzig verallgemeinernd «Storytelling» genannt wird, ist nicht dasselbe wie die Reportage. Indem in den Geschichten Charaktere, Szenen und Dialoge als Vehikel für den Faktentransport benutzt werden, sollen relevante Erkenntnisse effizient vermittelt, die Aufmerksamkeit der Leserschaft länger…

Zitiert: Fehlende journalistische Sorgfaltspflicht

Wir Journalisten finden zu oft nicht den richtigen Zugang zur Klima-Berichterstattung. Wir sollten nicht nur erzählen, dass die „Letzte Generation“ den Flughafen BER gestürmt hat, sondern warum. Reden wir über die Klimakrise. Ja, es gibt mehr und neue Klima-Formate in den Medien.…

Zitiert: Mehr Deep Journalism gegen Demokratie- und Politikverdrossenheit

Was wäre, wenn eine namhafte Zeitung oder eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt herginge und – in Reflektion der tatsächlichen Machtverhältnisse in der Gesellschaft – die Wissenschafts-, Wirtschafts- und Medienberichterstattung deutlich ausbauen würde? Um als Bürgerinnen und Bürger wirklich mitreden zu können, müssten wir schlichtweg…