Wenn die Verlage noch gedruckte Zeitungen anbieten, sollten sie das so lange wie möglich tun. Allerdings ist es höchste Zeit, Online-Journalismus ernsthaft zu betreiben. Dabei finde ich zwei Dinge wichtig. Erstens auf journalistische Qualität zu achten. Was können lokale Medien besonders machen, was es nicht irgendwo kostenlos im Internet gibt? Dazu brauchen auch lokale Storys eine gewisse Tiefe. Zweitens ist es sehr wichtig, sich zu überlegen, welche Zielgruppen ich anspreche und wie ich deren alltägliche Bedürfnisse berücksichtige. Ich empfehle also vorausschauende Planung und Produktion, wobei Online und Audiences im Fokus stehen. […]
Entscheidend ist es für Verlage in der Transformation, Print konsequent nachgelagert zu produzieren. […]
Auf jeden Fall gibt es sehr viele auch kostenlos verfügbare Informationen in jeder Region. Daher müssen journalistische Medien eben einen Unterschied machen und auf Qualität, Tiefe und die Bedürfnisse ihrer Zielgruppen setzen. Wenn ich mit meiner Familie in einer kleinen Stadt in Sachsen wohne, will ich doch wissen, wie sich die Wirtschaft, die Infrastruktur und die politischen Diskussionen entwickeln.
Oliver Haustein-Teßmer, flurfunk-dresden.de, 27.03.2025 (online)