Zitiert: Niedrigschwelligeres Kulturradio sei nicht erfolgreicher

Indem sich das Kulturradio immer weiter der Breite öffnet, droht es sich zugleich gedanklich zu nivellieren. Und hier droht es dann zu verlieren, worauf es besonders angewiesen ist: ein kulturbürgerliches Publikum. Wenn dieses dem Sender den Rücken kehrt, weil es sich »unterfordert« fühlt, fehlt Sendern wie Deutschlandradio ihre natürliche Basis. Es ist ein Trugschluss, dass diese Säule der Hörerschaft von heute auf morgen gegen ein junges, breiter aufgestelltes Publikum ausgetauscht werden kann. Der Deutschlandfunk spielt ein gefährliches Spiel: Wenn er sein Stammpublikum weiter verärgert, steht auch seine Glaubwürdigkeit infrage.

Dass aus rbbKultur 2024 radio3 wurde, sollte den Sender ebenfalls zugänglicher machen und für neue Hörerinnen und Hörer öffnen. Klassische Musik sollte dennoch Markenkern bleiben.

Doch beim bisherigen Publikum stieß die Reform auf erhebliche Kritik. Die erhoffte Verbreiterung stellte sich zumindest zunächst nicht ein, die Tagesreichweite ging nach der Reform deutlich zurück. Ein Beweis dafür, dass Kulturprogramme eben nicht automatisch erfolgreicher werden, wenn sie weniger spezialisiert und vermeintlich niedrigschwelliger werden.

Axel Brüggemann, backstageclassical.com, 06.10.2026 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)