Bei „Maischberger“ erzählt Caroline Darian, die Tochter Gisèle Pelicots, vom Ende der Scham. Doch erst überbieten sich die Militärexperten und Meinungsmacher. […]
Wer hier an einem langen Mittwochabend nicht aufgibt, den erwartet nach fast einer Stunde des gegenseitigen Überbietens in politischer Prognostik endlich der Auftritt Caroline Darians. Doch der Übergang von der Infragestellung des Bürgergelds (Johannes B. Kerner findet „Geld für nichterbrachte Leistung ist schwierig“), von der „Ruchlosigkeit“ Putins oder der „Naivität“ Trumps zu Darian ist brutal. Maischberger benennt den harten Bruch, aber dann versucht sie doch, zu glätten und das kann nicht gut gehen: „Es geht auch, wenn Sie so wollen, um gewalttätige Männer.“ Es ist eigentlich unmöglich, in was für eine Sendung Caroline Darian hier hineingemischt wurde. Die Tochter der Frau, die hundertfach sediert und vergewaltigt wurde und dies bewusst öffentlich machte. Ein Verbrechen und seine öffentliche Aufarbeitung von derartiger Bedeutung, dass man sich hätte trauen können, eine Talkshow auf diese Gewalt zu fokussieren.
Aurelie von Blazekovic, sueddeutsche.de, 20.03.2025 (online)