Eskes hat einen Rückgang bei der Qualität beobachtet: „Denn jeder Film für den Sendeplatz um 20.15 Uhr muss 88,30 Minuten lang sein. Schon dieser starre Zeitrahmen führt sehr oft zu einer Formatierung der Dramaturgie, was die Handlung erwartbar und langweilig macht, weil man nach fünf Minuten weiß, wie sich die Geschichte entwickeln wird.“
Früher seien außerdem oft „brennende, gesellschaftliche Themen behandelt“ worden. Diese fänden sich heute hauptsächlich in den Krimi-Formaten wieder, wo man solche Themen allerdings nicht sinnvoll bearbeiten könne.
Die Grimme-Preis-Chefin bemängelt den fehlenden Mut, „Diskussionen über schwierige Themen auszuhalten und Stoffe zu bringen, die Haltung zeigen sowie Kontroversen auslösen“.
Der Kieler Medienwissenschaftler Hans Jürgen Wulff teilt diese Beobachtung und mahnt mit Blick auf allzu gefällige Geschichten, die etwa in skandinavischen Gefilden spielen und nicht mehr als erwartbare Happy Ends der Akteure garantieren:
„Das kann nicht die Antwort sein“, betont Wulff. Denn fiktionale Stoffe, in denen gesellschaftspolitische Probleme verhandelt werden, seien in der heutigen Zeit notwendiger denn je. „Die neoliberale Idee, dass der Markt das Angebot regeln soll, ist hier fehl am Platz“, kritisiert der emeritierte Professor für Medienwissenschaften.
dpa, digitalfernsehen.de, 21.03.2025 (online)