Zitiert: Erste afrikanische Content-Moderatoren-Gewerkschaft

Wer für wen den Schmutz wegmacht, das ist weltweit eine Frage sozialer Ungleichheit. Das gilt nicht nur für den Mikrokosmos des Privathaushalts. Das gilt ebenso für öffentliche Orte wie Krankenhäuser. Und es gilt auch global: Weltweit sortieren Menschen Abfälle westlicher Industrieländer. Materiell und digital.

[…]

Immerhin gibt es hier nun erstmals Bewegung. Am Tag der Arbeit kamen in Nairobi 150 Content-Moderatoren zusammen, um die erste afrikanische Content-Moderatoren-Gewerkschaft zu gründen. Sie will den Plattformen den Kampf ansagen und für angemessene Arbeitsbedingungen und Sichtbarkeit kämpfen. Das ist auch dringend notwendig.

Denn während die neuesten Entwicklungen Künstlicher Intelligenz mit großer Angstlust diskutiert werden, bleibt bei all der Faszination dafür, was Technik kann, eines auf der Strecke: all das, was Technik immer noch nicht kann, und wer – mal wieder – dafür zuständig ist, den Dreck wegzumachen. Das Tragische daran: Dieser Dreck wird immer mehr, aber diejenigen, die ihn beseitigen, bleiben von den neuen Regulierungen digitaler Plattformen weiter unberücksichtigt. Und so lautet das aktuelle Zukunftsversprechen: Technologie übernimmt die Kreativarbeit, während ihr schlechtbezahlte und ausgebeutete Menschen hinterherputzen müssen.

Anna-Katharina Meßmer, Deutschlandradio Kultur, 12.06.2023 (online)

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Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
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Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)