Dies hier ist wahrscheinlich nicht der richtige Ort, um eine psychologische Diskussion darüber zu führen, dass Elon Musk ein sehr eigener Charakter ist. Ich denke, er wird definitiv in die Geschichte eingehen, und er hat viele gute Dinge getan. Derzeit könnten allerdings viele Menschen überzeugend argumentieren, dass er auch schlechte Dinge tut. […]
Ich selbst habe ihn öffentlich auf Twitter gedrängt, X als Plattform für Bürgerjournalismus zu nutzen. Das könnte eine starke Idee sein. Twitter hat viele Dinge getan, die offen gesagt besser sind als vieles, was die traditionellen Medien getan haben. Aber es besteht die Gefahr, dass der Ton auf Twitter unerträglich wird. […]
Es ist zwar ziemlich erstaunlich, dass er achtzig Prozent der Mitarbeiter entlassen und rein technisch gesehen trotzdem ein verbessertes Produkt schaffen konnte. Es sieht ja so aus, als würde er jetzt wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Ich meine, als Geschäftsmann ist er bemerkenswert und möglicherweise wird es einige Vorteile durch die Kürzung einiger Regierungsausgaben geben. Aber die Art und Weise, wie es gemacht wird, ist das Problem. Ich finde, dass Freundlichkeit eine universelle menschliche Tugend ist, und was da passiert, geschieht nicht im Geiste der Freundlichkeit, was ich unglaublich traurig finde.
Chris Anderson, sueddeutsche.de, 04.03.2025 (online)