Zitiert: Der Luxus der Tiefe beim Kulturradio

Am Ende geht es bei all dem nicht nur um Sendungen und Frequenzen. Es geht um Menschen. Was passiert mit einem öffentlich-rechtlichen Kulturauftrag, wenn zwar „Kultur“ erhalten bleibt, aber immer weniger Menschen dafür bezahlt werden, wirklich etwas von ihr zu verstehen?

Kulturvielfalt besteht nicht darin, dass derselbe Beitrag auf drei Sendern läuft. Sie entsteht durch unterschiedliche Redaktionen, unterschiedliche Kritikerinnen und Kritiker, unterschiedliche Urteile – und durch Menschen, die sich über Jahre Spezialwissen erarbeitet haben.

Vielleicht wäre genau das die Aufgabe eines öffentlich-rechtlichen Kulturprogramms in einer Zeit der Algorithmen: nicht auch noch schneller, einfacher und gefälliger zu werden. Sondern den Luxus der Tiefe zu verteidigen.

Axel Brüggemann, 06.10.2026 (online)