Zitiert: Dem ZDF ist es peinlich, noch ein Fernsehsender zu sein

Der öffentlich-rechtliche Sender hat seine Internetseite relauncht. Aber wer dort nach Informationen über aktuelle Fernsehsendungen sucht, zum Beispiel, wer bei „Markus Lanz“ zu Gast ist, schaut in die Röhre. […]

Das ZDF informiert also Journalistinnen und Journalisten darüber, wer Gast bei Markus Lanz ist, damit die ihre Leser darüber informieren können, wer Gast bei Markus Lanz ist, nutzt diese Angaben aber nicht, um sein Publikum selbst darüber zu informieren, wer Gast bei Markus Lanz ist. Das ist kein Versehen, sondern hat System […]

Dass die Schriftstellerin Gaby Hauptmann am Donnerstagvormittag zu Gast bei „Volle Kanne“ sein würde: eine exklusive Information für die Presse, von der das Publikum auf zdf.de nichts erfuhr. Diese Nicht-Informationsstrategie beim ZDF ist nicht neu, wird aber in der relaunchten Version der ZDF-Seiten noch konsequenter umgesetzt. ZDF.de soll nicht mehr die Homepage eines Fernsehsenders darstellen, sondern ein Streaming-Angebot. Klar: Wer will schon eine ZDF-Mediathek sein, wenn er ein Netflix sein kann?

Es ist grundsätzlich sicher auch nicht falsch, wenn sich ARD und ZDF bei der Gestaltung ihrer Online-Angebote an den Gewohnheiten jüngerer Menschen orientieren.

Das Problem ist nur: Das ZDF ist eben nicht nur ein Streaming-Angebot, sondern auch ein lineares Programm mit aktuellen Inhalten. […]

Das ZDF aber ist so fixiert darauf, modern und streamig zu wirken, dass es auf ZDF.de fast alle Verbindungen in die lineare Welt gekappt hat. […]

Wenn sich das ZDF bewusst verwechselbar macht mit Streaming-Portalen, versteckt es damit oft ausgerechnet die Teile seines Angebotes, die unverwechselbar sind.

Stefan Niggemeier, uebermedien.de, 20.03.2025 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)