Zitiert: Als Moderator oft unglücklich nach der Sendung

Meine Erfahrung lautet, dass man als Moderator sehr oft unglücklich aus der Sendung rausgeht. Man ist unzufrieden mit sich, mit den Antworten, mit dem Verlauf der Sendung. Zu viel Fakten- oder Zahlenhuberei ist immer eine Gefahr. Danach fällt einem ein, was man noch ansprechen wollte und wo man ein tref­fendes Gegenargument oder die perfekte Frage verpasst hat. Interessant ist, dass sich das mit dem Eindruck der Zuschauer gar nicht unbedingt deckt. Das, was vielleicht chaotisch, unvollständig oder ausweichend war, generierte unter Um­ständen trotzdem einen Erkenntnisgewinn. In einer solchen Sendung sitzt man im Auge des Taifuns. Die Außenwirkung erkennt man oft erst später. Und: Die Sendung dauert 120 Minuten. Ausschließlich Gespräch, keine Einspieler, und es gibt – RTL sei Dank – eine Sendung ohne Werbeunterbrechungen. Das muss man sich als privat finanzierter Sender erst mal trauen. Hier geht es darum, den Finger zu heben, den Hut in den Ring zu werfen und zu sagen: Wir machen das. Und eines darf man nicht vergessen: Letztlich treten da vier Matadore in die Arena, die viel zu gewinnen und viel zu verlieren haben. Sie werden alles daransetzen, sich gut darzustellen. Uns kommt die Rolle zu, das zu hinterfragen und für die Zuschauer transparent zu machen. Live und ohne Möglichkeit der Korrektur. Solche TV-Momente sind leider selten geworden.

Günther Jauch, faz.net, 16.02.2025 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)