Zitiert: Warum Journalismus nicht auf jede Bewegung in sozialen Netzwerken reagieren muss

Aber 90 Prozent der Drohungen und Schmähungen stammen von zehn Prozent der Leser, und die 90 Prozent Vernünftigen melden sich selten oder nie. So entsteht ein verzerrtes Bild der öffentlichen Meinung. Über einen Shitstorm bei Facebook oder Twitter liest man auch in seriösen Medien; so wird er Teil des öffentlichen und damit auch politischen Diskurses. Da ist journalistische Verantwortung gefragt. Nur weil ein paar tausend Menschen im Internet auf etwas schimpfen, ist das noch lange kein Grund für Berichterstattung.

Dirk Steffens, spektrum.de, 17.09.2020 (online)

Zitiert: Sind Facebook, Google und Co. plötzlich staatstragend

Unternehmen sind nie demokratisch legitimiert, sie unterliegen keinerlei Kontrolle außer der durch ihre Aufsichtsratsgremien. Philanthropie und Gemeinwohl fördern börsennotierte Konzerne gern, solange es dem eigenen Aktienkurs nützt. Wenn die Global Player des Silicon Valley also nun stolz erklären, dass ihre Systeme in der Krise so sicher bleiben wie früher nur die Renten des Norbert Blüm, dann zeigt das zweierlei: die Hybris der Unternehmen wie die Bereitschaft der politischen Systeme, das Steuer aus der Hand zu geben.

Bernd Graff, sueddeutsche.de, 25.03.2030 (online)

Zitiert: Twitter „bringt“ im Wahlkampf was – aber wenig

In der Debatte um das Verbot politischer Werbung auf Twitter gibt es ein großes Missverständnis. Eingeschränkt oder gar verboten werden nicht Tweets von Politikern, Parteien oder anderen politischen Organisationen. Die … Regelungen beziehen sich ausschließlich auf bezahlte „Twitter-Ads“. Das sind Werbeeinblendungen, die…

Zitiert: Reine Funktionalität macht aggressiv

Das digitale Zeitalter repräsentiert in vielen Fällen leider den kompletten Sieg der Funktion über die Schönheit. Interfaces werden von Designern, die aus dem digitalen Ingenieurwesen kommen, nach rein funktionalen Kriterien gestaltet. Wir haben die Theorie, dass immer dort, wo die reine Funktion…

Zitiert: Soziale Netzwerke – Wasser oder Benzin?

Die Neurologin Molly Crockett erläutert in der Zeitschrift „Nature“, was einer Gesellschaft, in der eine Milliarde Menschen täglich soziale Medien nutzen, droht, wenn Gefühle unkontrolliert digital gesteuert werden. Sie belegt einmal mehr, dass das Bild des unbeteiligten Verteilkanals, das Plattformmedien wie Twitter & Co. gerne von sich zeichnen, nicht zutrifft. Denn diese Medien schöpfen ihren Profit aus hoher Aufmerksamkeit und Verweilzeit der Nutzer. Und beides lässt sich besonders gut durch Gefühle wie Wut und Ärger erzielen. Die Algorithmen sind entsprechend konstruiert: Sie sorgen dafür, dass Ungeheuerliches vom noch Ungeheuerlicheren abgelöst wird – in immer höherer Schlagzahl. Weiterlesen Zitiert: Soziale Netzwerke – Wasser oder Benzin?