Zitiert: Anforderungen an einen Schauspieler (II)

Mach eine Ausbildung, damit du ein gutes Handwerk hast. Und dann: Wichtig ist, dass man sich so konstituiert, dass man Phasen, in denen man nicht arbeitet – was als Freiberufler normal ist –, psychisch gesund übersteht und nicht in Selbstzweifel rutscht. Der Beruf ist sehr mit dem eigenen Leben verknüpft, der eigenen Psyche. Wenn es keine Jobs gibt, setzt man das oft zu sich selbst in Beziehung. Das ist ein Fehler, denn das hat oft nichts mit einem selbst zu tun. Das muss man lernen. Und: spielen, spielen, spielen. Selbst ermächtigend arbeiten – wenn nichts kommt, dann machst du halt ein Programm an irgendeiner Kleinkunstbühne.

Peter Schneider, hoerzu.de, 04.02.2026 (online)

Zitiert: Anforderungen an einen Schauspieler (I)

In der heutigen Zeit gibt es eine generelle Frage an jemanden, der sagt: Ich möchte in die Öffentlichkeit. Möchtest du Aufmerksamkeit – oder möchtest du diesen Beruf ergreifen und eigenständig Geschichten erzählen? Das meine ich ernst und nicht moralisch bewertet. Es gibt genug Orte, wo es um Aufmerksamkeit geht. Das andere ist harte Arbeit, die so ins Leben eingreift, dass es manchmal gefährlich werden kann.

Peter Kurth, hoerzu.de, 04.02.2026 (online)

Zitiert: Schauspielerei ist nicht das Leben

Ich glaube nicht, dass man etwas sein muss, das man spielt und darin Erfahrung haben muss. Deswegen ist es Schauspielerei und nicht Leben, sonst wäre ich vielleicht Influencerin, wenn ich daran interessiert wäre, mich als Privatperson zu präsentieren.

Anke Engelke, t-online.de, 09.05.2024 (online)

Zitiert: Warum Schauspielerinnen und Schauspieler abnehmen

Um ehrlich zu sein, hat es mich als Feministin befremdet, aber ich habe verstanden, warum es Frauke Finsterwalder wichtig war. Die Obsession mit dem eigenen Körper, der Versuch, wenigstens diesen zu kontrollieren, hat ganz viel mit den Rollen zu tun. Mit Frauen in der damaligen Zeit. Es ging hier beim Abnehmen nicht darum, in eine bestimmte Kleidergröße zu passen, sondern um Selbstbeherrschung.

Sandra Hüller, sueddeutsche.de, 29.03.2023 (online)

Zitiert: Diversität im Schauspiel

Man spielt etwas. Es ist immer ein Spiel! Und das ist wunderbar! Wo soll das hinführen, wenn Männer keine Kleider mehr tragen dürfen oder Frauen keine Anzüge? Wenn man sich als Autor nicht irren darf? Wenn man richtig liegen muss? Who the fuck says, was richtig ist? In der Kunst hoffentlich niemand! Kunst ist ein Experimentierfeld. Es sind Versuche, das Leben zu schildern und uns dadurch einen Schritt weiterzuführen. Wenn es keine Versuche mehr sein dürfen. Was soll es dann sein?

Max Faberböck, epd medien 17/22, 29.04.2022 (online)