Und wir brauchen Diskurs auf unserer eigenen Plattform – also eine Kommentarfunktion in der Mediathek. Sonst werden weiter unsere Inhalte woanders gepostet, um sich dort darüber austauschen zu können
Jörg Schönenborn, dwdl.de, 24.01.2022 (online)
Viele meinen, Journalisten dürften gar nicht kommentieren. Sie verstehen nicht, dass ein guter Kommentar einseitig sein muss, weil er dem Publikum ein Angebot für die eigene Meinungsbildung machen will. Die Gegner des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nutzen diese Missverständnisse und brandmarken Kommentare immer wieder…
Beim beobachtenden Dokumentarfilm geht es darum, das Gezeigte für sich sprechen zu lassen. Es gibt keine Einordnung über die Bilder hinaus: Keine Stimme aus dem Off, keine Kontextualisierung und wenig Informationen zum Gezeigten. Welcher wahnwitzige Regisseur würde versuchen, dieses Dogma ausgerechnet auf…
Darüber hinaus aber wollen wir ja gerade, dass bei uns in den Kommentarspalten die Hölle los ist. Dafür werben wir sogar gezielt bei Rechtsradikalen. […] Damit die auf uns aufmerksam werden, Streit entfachen und unsere Bubble nicht einfach nur sich selbst genügt.…
Und wir brauchen Diskurs auf unserer eigenen Plattform – also eine Kommentarfunktion in der Mediathek. Sonst werden weiter unsere Inhalte woanders gepostet, um sich dort darüber austauschen zu können
Jörg Schönenborn, dwdl.de, 24.01.2022 (online)
Journalisten bemühen sich, alle Aspekte einer Sache zu beleuchten und verschiedene Seiten zu Wort kommen zu lassen – und können im Zweifel zu einer „False Balance“ beitragen. Das geschieht, wenn sie einen anderen Teil ihres Jobs vernachlässigen: das Einordnen. Es ist ihre…