Zitiert: Multimillionengräber als Erfolge verkaufen

Meist, wenn über deutsches Kino gesprochen wird, wird die deutsche Filmkultur dabei erst einmal in zwei Teile geschnitten: Der Unterhaltungsfilm auf der einen, der Autorenfilm auf der anderen. An dieser Schnittstelle wurde vor rund 60 Jahren die Filmförderung gegründet, die zunächst nur Kunst förderte und das Populäre verschmähte. Heute hat sich ihr Fokus nahezu umgekehrt: Es ist die Filmwirtschaft, der ihr Hauptaugenmerk gilt. Die aber hat ihrerseits gelernt, selbst Multimillionengräber als Erfolge zu verkaufen. Denn auch an Misserfolgen lässt es sich in Deutschland gut verdienen.

Daniel Kothenschulte, fr.de, 18.06.2024 (online)

Zitiert: Größter deutscher Filmproduzent und französisches Medienunternehmen fusionieren

Am 28. April ließ eine Pressemeldung die Filmbranche aufhorchen: Der französische Film- und TV-Produzent Mediawan übernimmt die Produktionsfirma Leonine, eines der führenden unabhängigen Medienunternehmen Deutschlands und ein Hoffnungsträger der deutschen Filmwirtschaft. Die Leonine Holding GmbH, die ihren Sitz in München hat, wurde…

Zitiert: „Freie Hand“ bei der ARD

Bei dieser Serie habe ich das nicht erlebt, da hatten wir freie Hand. Aber ich merke, dass Sender und Streamer inzwischen sehr vorsichtig mit brisanten Themen umgehen. Man versucht, Themen so zu erzählen, dass sie nicht provokant werden, man tendiert eher dazu, politisch korrekt zu erzählen, auch in den Krimis. Auf der anderen Seite brauchen wir aber auch den Mut zur politischen Unkorrektheit im Erzählen. Es wäre schrecklich, wenn wir an den Punkt kommen, wo wir bestimmte Themen nicht mehr erzählen, weil das politisch brisant wäre.

Christian Jeltsch, epd medien, 13.06.2024 (online)

Zitiert: Menschen zum Sprechen zu kriegen

Das ist eine der Qualitäten von Thomas Heises Arbeit: Menschen zum Sprechen zu kriegen, die das Sprechen nicht gewohnt sind, um etwas über Leben zu erfahren, die außerhalb des eigenen Horizonts gelebt werden. Das macht Stau zu einem zeitlosen Dokument, dem präzisesten Film, den es bis heute über deutsche Neonazis gibt, weil Heise die Gruppe für seine Interviews vereinzelt, zuhört, nachfragt, um hinter die Selbstentwürfe zu kommen, die medial kicken – nicht, um etwas zu entschuldigen, sondern, um etwas sichtbar zu machen.

Matthias Dell, zeit.de, 31.05.2024 (online)