Kurzfilm statt Tatort-Trailer? – Kulturstaatsministerin Monika Grütters fordert mehr „Mut zum Risiko“ bei ARD und ZDF

Bei ihrer Programmplanung sollten ARD und ZDF ein wenig mutiger sein, sagte Monika Grütters laut dpa. So wünsche sie sich mehr Kurzfilme im Programm. Diese seien für viele junge Filmemacher eine Probebühne für größere Produktionen. Das Gegenargument, dass die Leute dranbleiben müssen, nicht wegzappen sollen, kenne sie. Nach den „Tagesthemen“ „muss man dann zum nächsten spannenden Angebot überleiten“, so Monika Grütters. „Aber wenn zum Beispiel für einen „Tatort“ zum x-ten Mal geworben wird, würde ich mir an derselben Stelle auch einmal einen Kurzfilm wünschen.“

 

Weiterlesen in Berliner Zeitung, 07.01.2015

Zitat: Was sich Claas Danielsen von ARD und ZDF wünscht

„Wenn er sich zum Abschied noch etwas wünschen dürfte, wäre das ein Fonds zur Unterstützung von Dokumentarfilmen, wie ihn etwa das Dokumentarfilmfestival in Amsterdam hat, das beim Ausbau von Leipzig Modell stand. Ein Fonds wäre hilfreich, weil das Fernsehen dem Dokumentarfilm schon länger kein zuverlässiger Finanzierungspartner mehr ist. In seiner Eröffnungsrede forderte Danielsen noch einmal einen fixen wöchentlichen Sendeplatz für Dokumentarfilme bei den öffentlich-rechtlichen Sendern.“

 

Nicht nur, weil der Dokumentarfilm ohne das Fernsehen nicht überleben kann, sondern auch, weil das Fernsehen ohne Dokumentarfilm verarmt.

 

Süddeutsche Zeitung, 4.11.2014

Claas Danielsen: Warum ARD und ZDF beim Programm sparen müssen

„In diesem Jahr haben wie so viele Filme wie noch nie gesehen, wo im Abspann keinen Sender mehr auftauchen, und die völlig unabhängig produziert werden. Die Leute beuten sich komplett selbst aus. Die Sender sparen wegen der Pensionslasten immer mehr m Programm. Das Problem betrifft nicht nur den Dokumentarfilm, sondern es stellt sich allgemein brennend die Frage nach der Zukunft der öffentlich-rechtlichen Sender.“

 

DOK-Leipzig-Festivaldirektor Claas Danielsen in Blickpunkt:Film 44/14

Wollen Kinder keine Dokumentationen sehen?

Wilfried Urbe berichtet von einer Tagung der Dokumentarfilminitiative in Köln zum Dokumentarfilm für Kinder und Jugendliche. Kinder-Fernsehen sei zumeist Unterhaltungsfernsehen. Dokumentarfilme kämen nur am Rande vor und würden kaum beworben.

 

Kritik gab es auch an der These, dass Kinder per se kaum Dokumentationen schauen. Phillis Fermer jedenfalls möchte das nicht so stehen lassen. Denn die Nachfrage hänge auch vom Angebot ab. Und der entsprechenden Bewerbung: „Das ist zudem eine Frage der Programmplanung. ’Stark‘ etwa kommt am Sonntagmorgen um 8.30 Uhr. Kinder bekommen außerdem teilweise kaum mit, dass etwas für sie angeboten wird, während bei Filmen für Erwachsene schon eine Woche vorher zahlreiche Trailer laufen.“

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In der Kritik: „Unsägliche TV-Dokus bei der ARD“

„Hitlers Hunde und Stalin in Farbe – die Art, in der öffentlich-rechtlich Historie verbreitet wird, ist ein Skandal. Der Zuschauer wird für dumm gehalten.“ Es werde „Geschichte für Trottel“ dargestellt, schreibt Jörg Barberowski auf faz.net und stellt zur Doku „Stalin in Farbe“ fest: „. Unablässig spricht der Kommentator von Russland und den Russen. Der Zweite Weltkrieg sei ein Krieg der Russen gewesen. Haben die Dokumentarfilmer jemals davon gehört, dass die Sowjetunion ein Vielvölkerreich, Stalin ein Georgier, Trotzki ein Jude und Mikojan ein Armenier war? Dass Hunderttausende ihr Leben lassen mussten, die keine Russen waren?“

 

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