Zitiert: Europa muss globalen Unternehmen Vorschriften machen

Wir müssen den bestehenden Playern Vorschriften machen, wie unsere Infrastruktur auszusehen hat. Diese Vorschriften müssen Europas Werte widerspiegeln, Werte wie Datenschutz, Datensicherheit, Datenintegrität. Aber noch mal: Alles fängt damit an, dass wir einsehen, dass wir uns eine eigene digitale Infrastruktur aufbauen müssen. Technologie ist nie werteneutral. Der Code ist das Gesetz. Geht es um 5G oder Energieversorgung, dann reden wir jahrelang über Infrastruktur und Prozesse. Wenn es um das Internet geht, nicht. …. Amerika tut gerade sehr viel dafür, dass Europa eine digitale Kolonie bleibt.

Paul-Bernhard Kallen, handelsblatt.com, 03.08.2020 (online)

Zitiert: Künstliche Intelligenz dient den Mächtigen, zementiert Verhältnisse und Vorurteile

Künstliche Intelligenz, so wie sie momentan existiert, ist im Kern ihres Wesens eine Technologie, die zu einem überwältigenden Teil den ohnehin schon Mächtigen dient und die bestehenden Verhältnisse und Vorurteile zementiert, anstatt sie infrage zu stellen. Es geht also eigentlich nicht darum, das entsprechende KI-System oder einen intransparenten Algorithmus nachzujustieren, sondern darum zu überlegen, ob solche Systeme überhaupt geeignet sind, um in dem Ausmaß in die Gesellschaft einzugreifen, wie es momentan der Fall ist.

Michael Moorstedt, sueddeutsche.de, 12.07.2020 (online)

Zitiert: Krimis und Big Data – Ende von Verstand und Spürsinn

Big Data erledigt also nicht nur das Spurenparadigma, sondern mit dem Predictive Policing schaltet die Kriminalistik auch von der Vergangenheits- zur Zukunftsorientierung um. Damit verabschiedet sich die grundlegende Bauform der Kriminalliteratur – die Doppelstruktur von Ermittlungs- und Verbrechensgeschehen -, wie sie mehr…

Zitiert: Politik darf sich nicht von Algorithmen jagen lassen

Algorithmen üben eine raumzeitliche Kontrolle über den Alltag aus. Sie lernen anhand historischer Daten, welche Produkte man morgen kauft, welchen Partner man datet und welche politische Partei man wählt. Sie sorgen damit für eine Entzeitlichung und Stauchung politischer Prozesse, weil das, was…

Zitiert: Journalismus, Partizipation, Publikum und Pluralismus – zum Verhältnis zwischen Journalismus und sozialen Online‑Netzwerken

Es geht vordergründig darum, zu klären, ob die Redaktionen zur Normalisierung der Realität der sozialen Online-Netzwerke und damit zur Steigerung der Subjektivitäten beitragen oder ihr entgegenwirken möchten. Das Nutzen-­Kosten-Kalkül sollte dabei viel früher bedacht werden, lange bevor sich eine Redaktion ein Social-Media-Profil…