Zitiert: Wozu noch mehr Blut und Pathologie-Szenen?

Grundsätzlich finde ich, dass der ‚Tatort‘ auf einem sehr hohen Niveau ist. Was mich allerdings manchmal erstaunt ist der Tonfall einiger Kritiker – besonders im Feuilleton. Da wird der „Tatort“ oft hochnäsig heruntergemacht, die Feuilletonisten deuten dann an, dass die Autoren und Regisseure, auch die Schauspieler immer nur „Schema F“ bedienen. Das Gegenteil ist der Fall! Denn der ‚Tatort‘ hat fast immer eine, moderne Bildsprache, wagt viel Neues, ist meistens durchgehend spannend – und ist insgesamt überraschend unkonventionell. […]

Ehrlich gesagt: es gibt zu viel [TV-Krimis] davon! Mord am Hafen, im Norden, auf Inseln, Halligen, im Gebirge, Nordic Crime, Crime and Nature, Mord in Amsterdam, Marseille und Triest, Venedig schon immer -eigentlich reichen doch die Nachrichten um 20.15 Uhr; dass man sich im Sessel krümmt. Wozu noch mehr Blut und Pathologie-Szenen? Das muss aufhören, es macht traurig. Warum gibt’s keine anderen Geschichten? Warum nicht mal etwas, das uns Mut macht? Aber nein, lieber Sadismus und weibliche Opfer, um zu unterhalten.

Axel Milberg, presseportal.de, 05.03.2025 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)