Grundsätzlich finde ich, dass der ‚Tatort‘ auf einem sehr hohen Niveau ist. Was mich allerdings manchmal erstaunt ist der Tonfall einiger Kritiker – besonders im Feuilleton. Da wird der „Tatort“ oft hochnäsig heruntergemacht, die Feuilletonisten deuten dann an, dass die Autoren und Regisseure, auch die Schauspieler immer nur „Schema F“ bedienen. Das Gegenteil ist der Fall! Denn der ‚Tatort‘ hat fast immer eine, moderne Bildsprache, wagt viel Neues, ist meistens durchgehend spannend – und ist insgesamt überraschend unkonventionell. […]
Ehrlich gesagt: es gibt zu viel [TV-Krimis] davon! Mord am Hafen, im Norden, auf Inseln, Halligen, im Gebirge, Nordic Crime, Crime and Nature, Mord in Amsterdam, Marseille und Triest, Venedig schon immer -eigentlich reichen doch die Nachrichten um 20.15 Uhr; dass man sich im Sessel krümmt. Wozu noch mehr Blut und Pathologie-Szenen? Das muss aufhören, es macht traurig. Warum gibt’s keine anderen Geschichten? Warum nicht mal etwas, das uns Mut macht? Aber nein, lieber Sadismus und weibliche Opfer, um zu unterhalten.
Axel Milberg, presseportal.de, 05.03.2025 (online)