Zitiert: Was ARD und ZDF mit der Einstellung drei Spartenkanäle einsparen

Die drei TV-Kanäle, die vom 1. Januar an nicht mehr zu empfangen sind, kosten laut Berechnung der Beitragskommission KEF jährlich 31 Millionen Euro. Fallen sie weg, beträgt die jährliche Einsparung – bei Gesamteinnahmen von jährlich 10,4 Milliarden Euro – 0,298 Prozent für ARD und ZDF. Die KEF hatte den Spareffekt schon in einem Sonderbericht von 2024 selbst relativiert: „Eine mögliche Einsparung bei Einstellung einzelner Programme“ umfasse „nicht vollständig den dargestellten Gesamtaufwand der Partner- und Spartenprogramme“. Die Selbstkosten beinhalteten Positionen, die nur langfristig abbaubar seien, und „Gemeinkosten“, die „als Umlagen verrechnet werden und nicht proportional abbaubar sind“. Ein konkretes Sparpotential für den Zeitraum 2025 bis 2028 lasse sich nicht benennen. […]

Es ist also nicht damit getan, die Zahl der Programme so zu reduzieren, dass die „Verluste“ für ARD und ZDF so gering wie möglich ausfallen. Der Staatsvertrag verlangt ein gemeinsames Konzept, mehr Tempo bei der Digitalisierung und eine Einsparung an Beitragsmitteln. Veränderungen um der Veränderung willen sind nicht gefragt. Ein Vorteil für alle Zuschauer und Beitragszahler ist bei der Angebotsreduzierung bisher leider nicht zu erkennen.

Helmut Hartung, faz.net, 29.10.2026 (online)