Zitiert: Politiker, die dokumentiert werden wollen

Politikerinnen und Politiker stellen sich auf die neuen Formate ein und werden gezielt gebrieft. Es ist jetzt Aufgabe der Moderatorinnen und Moderatoren, die Sprachblasen zum Platzen zu bringen und überraschende Gedanken herauszuarbeiten. Da ist es natürlich hilfreich, wenn man mehr Zeit für Einzelgespräche oder Diskussionen im kleineren Kreis hat. […]

Als ich angefangen habe, war es sehr schwer, Politikerinnen und Politiker davon zu überzeugen, sie über einen langen Zeitraum mit der Kamera zu begleiten. Politik wurde häufig wie etwas gehandhabt, das die Öffentlichkeit nichts anzugehen hat. Ab und zu gab es eine Pressekonferenz, das war es dann. Das hat sich geändert. Es gibt eine höhere  Bereitschaft, sich bei der Arbeit beobachten zu lassen. Ich spüre sogar ein wachsendes Interesse, in solchen Doku-Formaten vorzukommen. Gelegentlich bekomme ich Anfragen von Pressesprechern, ob nicht Protagonisten aus dem politischen Bereich in einem meiner  Filme vorkommen können. Das geht zu weit. Man sollte als Filmemacher die Nähe zum politischen Betrieb suchen, aber gleichzeitig die notwendige Distanz zu ihm wahren. An den Anfragen kann man aber ablesen, dass es heute eine größere Offenheit gegenüber Doku-Formaten zu politischen Themen gibt als damals.

Stephan Lamby, dwdl.de, 13.09.2024 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)