Zitiert: Nutzungszeit kumuliert bei wenigen Plattformanbietern

Dr. Andree hat mit eigenen Messungen den Datenverkehr („Traffic“) im deutschen Internet untersucht (siehe „Atlas der digitalen Welt“). Er kommt zu dem Ergebnis, dass das Internet heute von nur wenigen US-amerikanischen Plattformen beherrscht wird, namentlich Google, Facebook, Instagram und Amazon.

Das Grundproblem liege dabei in der bisher üblichen Berücksichtigung der Nutzungskennzahlen. Wichtig sei, nicht allein auf die Reichweitenzahlen zu schauen, sondern auf die Nutzungsdauer. Unter Zugrundelegung der reinen Nutzungszeit von Angeboten zeige sich die tatsächlich bestehende Macht der wenigen digitalen Monopolisten auf: Der Gini-Koeffizient, bei welchem der Wert 0 für eine vollkommene Gleichverteilung und 1 für vollkommene Ungleichverteilung steht, ergebe für die Angebotsnutzung im Onlinebereich einen Wert von 0,988. Dies belege, dass außerhalb der großen digitalen Plattformen fast kein weiterer Traffic stattfinde.

Wenige US-amerikanische Plattformen dominierten dabei nicht nur die für die Meinungsbildung relevanten Bereiche, sondern auch den Online-Werbemarkt. Für die sehr große Zahl an sonstigen Online- Angeboten sei dagegen kaum noch Nutzung messbar. Bildlich bestehe abseits der großen Plattformen ein gigantischer „Friedhof“.

KEK, 25. Jahresbericht 2023, S. 19 f. (pdf)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)