Zitiert: KI kann dem Journalismus helfen

Wir erforschen momentan an der TU Dortmund, wie man die KI-Nutzung im Journalismus transparent kennzeichnen kann. Aus unserer bisherigen Forschung wissen wir, dass viele Menschen sich eine einheitliche Kennzeichnung wünschen. Einen Hinweis darauf wollen sie dann, wenn KI-Systeme einen maßgeblichen Einfluss auf das Endprodukt haben. Aber nicht bei einzelnen kleinen Schritten, etwa beim Übersetzen oder der Transkription. Deshalb glaube ich, dass bei der Transparenz ein Schwerpunkt auf generativen KI-Modellen liegen sollte – also Modellen, die ganze Texte, Bilder und Videos auf einem hohen Niveau erzeugen können. Mit generativer KI sollten wir uns ohnehin differenzierter beschäftigen. Sie kann den Journalismus durchaus bereichern und zugänglicher machen, zugleich sind die Ergebnisse oftmals stark verzerrt und werden massenhaft für Informationsmanipulation genutzt, etwa in Desinformationskampagnen. […]

Ich glaube, dass uns KI-Werkzeuge künftig noch weitere repetitive Aufgaben abnehmen können. Darin liegen viele Chancen: KI kann uns nicht nur dabei helfen, schneller zu werden. Sie kann auch Inhalte besser für unterschiedliche Zielgruppen und Nutzungssituationen aufbereiten. Das wird die Formate verändern. Zum Beispiel könnte es weiterhin die klassische lange Reportage geben, aber KI-Modelle können dann einzelne Bausteine herausgreifen und die lange Reportage schnell in eine kurze Reportage oder ein ganz anderes Format umwandeln. Liquid Content nennt man das. Damit könnte der Journalismus mehr Menschen mit passenderen Inhalten erreichen.

Christina Elmer, journalist.de, 07.10.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)