Zitiert: KI bei RTL-„Strafgericht“

Erst holt man die Pensionär:innen zurück. Dann schaut man, ob es auch ohne sie geht, um im laufenden TV-Programm die nächste Stufe der Kosteneinsparung zu zünden: Im September zeigte RTL erstmals Folgen von „Ulrich Wetzel – Das Strafgericht“, bei denen aus existierendem Material per Künstlicher Intelligenz neue Charaktere, Storylines und Urteile erstellt wurden.

Und mal abgesehen davon, dass man in Köln damit einen interessanten Präzedenzfall zur neuen KI-Kennzeichnungspflicht geschaffen hat, der die Landesmedienanstalten ob ihrer Vielleicht-Zuständigkeit zum Implodieren bringen könnte: Wenn der Sender es vorher nicht explizit angekündigt hätte, wäre es vermutlich niemandem aufgefallen.

Nicht, weil die KI so perfekt gearbeitet hat. Eher im Gegenteil. Aber wer kann schon mit Bestimmtheit sagen, ob die Anklage der jungen Reiseleiterin, die eine mitreisende Dame wegen starker Rückenschmerzen mit heimlich unterm Kinesio-Tape angebrachten Nikotinpflaster vergiftet haben soll, um sich ungestört an deren erwachsene Enkelin ranmachen zu können, nun einer künstlichen oder einer unkünstlichen Nichtintelligenz entsprungen ist?

Peer Schrader, dwdl.de, 26.09.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)