Zitiert: Die „ausgebrochene“ KI

Als hätte die KI einen eigenen Willen, mit dem sie sich über Grenzen hinwegsetzt. Dabei hat sie nur eine Lücke in den Netzwerkeinstellungen genutzt, während sie ihrem Auftrag folgte. […]

Von einem „Ausbruch“ zu schreiben, als handle es sich bei der KI um eine Kriminelle oder eine übereifrige Mitarbeiterin, liegt nahe. Diese Vermenschlichung, die Anthropomorphisierung, ist nicht nur ein wundervolles Stilmittel der Poesie, mit dem etwa die Natur als empfindsam, beseelt dargestellt wird, man denke nur an die großen Dichtungen der Romantik.

Sie ist auch eine Strategie, mit der Technologie begreifbar und emotional erfahrbar gemacht werden kann. Wir alle greifen darauf zurück, besonders im Journalismus.

Doch die Anthropomorphisierung hinkt. Denn die KI hat keinen Willen, keine intrinsische Motivation. Sie tut lediglich das, was man von ihr verlangt, manchmal über Umwege, die den Auftraggeber*innen nicht gefallen.

Johannes Drosdowski, taz.de, 27.09.2026 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)