Das Wichtigste ist sicherlich, dass sich die Finanzierungsbasis total verschlechtert hat. Im Journalismus generell, und das gilt natürlich insbesondere für Wissenschafts- und Medienjournalismus. Denn es herrscht ja im Journalismus der Glaube vor, dass das Wichtigste überhaupt der Politikjournalismus ist und das zweitwichtigste der Sportjournalismus, und alles andere fällt irgendwie dann schon tendenziell hinten runter, obwohl wahrscheinlich die Prioritäten der Leserinnen und Leser und der Mediennutzerinnen und -Nutzer durchaus andere sein könnten. Und wenn man einen Moment mal einfach nur darüber nachdenkt, wie stark Wissenschaft unseren Alltag und unser Leben prägt, ebenso wie die Medien, dann wäre es einfach naheliegend zu sagen, ja, das ist mindestens genauso wichtig wie Politikberichterstattung. Und sicherlich wichtiger als Sportberichterstattung. Aber in der Richtung überhaupt nur nachdenken, scheint im Journalismus relativ schwierig zu sein. Da wundere ich mich manchmal, wie letztendlich doch gedankenlos man das bestehende System akzeptiert, obschon es ja schon gravierende Mängel hat.
Stephan Russ-Mohl, ejo-online.eu, 18.02.2025 (online)