Denn während die Sticheleien gegen die Ministerin und ihre Abwesenheit in Zeiten, in denen Deutschland eine Rentenreform bevorsteht, nicht aus den Reihen der Journalisten kamen, waren sie doch oft genug medial vermittelt worden. Mit wenig Hemmungen transportieren Medien auf der Jagd nach dem exklusiven Zitat, dem exklusiven Streit, dem neuesten Zerwürfnis, die Vorwürfe derer, die Bas nun in den Rücktritt getrieben haben. Und beklagen nun meist in völliger Abwesenheit von Selbstkritik unisono die Verrohung des politischen Diskurses.
Gleichzeitig transportieren diese Hauptstadtredaktionen nach Bas‘ Rücktritt mit genug Sicherheitsabstand jetzt auch die positiven, differenzierten Dinge, die es über die ehemalige Ministerin zu berichten gibt. Die Abschiedsporträts wirken gelegentlich fast wie Grabreden, in denen man mit Kritik an der verschiedenen Person spart oder sie zumindest fairer verpackt als vor dem traurigen Anlass.
Jana Ballweber, turi2, 15.10.2026 (online)
