Unterschiedliche Maßstäbe –  Mal so, mal so: Fußballspiel ja, Tatort nein

Til Schweiger zeigt wenig Verständnis für die Entscheidung des NDR, die „Tatort“-Doppelfolge „Der große Schmerz“ und „Fegefeuer“ auf 2016 zu verschieben. „Wir sollten uns nicht von Terroristen diktieren lassen, was wir im Fernsehen zeigen sollten“.

Hinweis: Fußballspiele werden bisher auch nicht verschoben.

 

Berliner Zeitung, 18.11.2015 (online)

Vergesst das Fernsehen? – Warum TV-Sender zu kritisieren noch nicht „rückwärtsgewandt“ ist

Das klassische TV-Sendermodell sei hinfällig, man brauche neue Finanzierungs- und Vertriebswege. So die neue Dok-Leipzig-Chefin Leena Pasanen im Interview mit SpOn (26.10.2015).

 

„Seitdem ich in Deutschland bin, werde ich immer wieder dazu aufgefordert, das deutsche Fernsehen für seine Förderpolitik zu kritisieren. Ich bin in Finnland bewusst aus dem Fernsehgeschäft ausgestiegen, weil ich nicht mehr an das klassische Sendermodell glaube. … Wir erleben gerade das, was die Musikbranche vor Jahren schon durchgemacht hat: Die Leute legen nicht mehr Wert auf die Verpackung eines Produkts – ob sie Musik als CD oder Schallplatte präsentiert bekommen, ist für sie nicht entscheidend. Genauso geht es Filminteressierten, denen ist es egal, auf welchem Weg sie an einen Film kommen.“ Weiterlesen Vergesst das Fernsehen? – Warum TV-Sender zu kritisieren noch nicht „rückwärtsgewandt“ ist

„Star Wars“-Einnahmen

„Sechs Wochen vor dem weltweiten Filmstart erwacht die Marketing-Macht, die mit geschätzten 225 Millionen Dollar mehr kostet als die Produktion des Films (200 Millionen)“, berichtet Jürgen Schmieder auf sueddeutsche.de (06.11.2015). Der Film soll weltweit 2,3 Milliarden Dollar einspielen können. Allein in China schließlich will man etwa 550 Millionen Dollar erwirtschaften. Weiterlesen „Star Wars“-Einnahmen

DLF-Nachrichtenredaktion klassifiziert „sieben Todsünden“ der Nachrichten

Marco Bertolaso hat sich einmal mit sieben sehr zugespitzten Vorwürfen gegenüber dem Deutschlandfunk gewidmet. Dies reicht von „Ihr macht doch alles, was die Regierung will“ bis hin zu „Ihr seid die Lügenpresse!“

 

Leider geht er an dieser Stelle  (2.11.2015) nicht auf die Produktionsbedingungen des Radio-Nachrichten- Journalismus ein. Es ist ja möglich, dass, obwohl alle nach bestem Wissen und Gewissen arbeiten, das Nachrichtenangebot die Realität trotzdem nicht entsprechend widerspiegelt und sich daraus die Kritik speist – wobei den Medien und damit auch dem Deutschlandradio falsche Ursachen zum Vorwurf gemacht werden. Weiterlesen DLF-Nachrichtenredaktion klassifiziert „sieben Todsünden“ der Nachrichten

Zitiert: Befördern kommerzielle soziale Netzwerke Ablehnungs-Gemeinschaften?

„Das Internet erleichtert also die Entstehung von Ablehnungsgemeinschaften, erschwert aber deren übergreifenden, dauerhaften Zusammenschluss in Bezug auf eine positive Agenda.

jener Algorithmus, der die individuell zugeschnittene Anpassung von Suchergebnissen erlaubt, führt zur Desintegration. Das Netz befördert eine Individualisierung, bei der sich der Netzaktivist in geschlossenen Gesinnungsgemeinschaften bewegen kann. Facebook fordert Counter Speech, also Widerrede gegen Hasskommentare, wohl wissend, dass das Geschäftsmodell auf dem Gegenteil beruht.“

 

Markus Linden, sueddeutsche.de, 6.11.2015, online