Wem nutzt es, wenn man ARD und ZDF auf Youtube und Facebook folgen kann?

Das Konzept erscheint schlüssig. Man geht dort hin, wo die Nutzerinnen und Nutzer sind. Man spielt seine Inhalte auf den Plattformen aus, die von den gewünschten Zielgruppen vor allem genutzt werden. So machen es ARD und ZDF insbesondere mit ihrem Jugendangebot FUNK, aber auch mit anderen Inhalten. (Doch welcher Fußballverein würde sein heimisches Stadion verlassen, nur, um mehr Zuschauer zu erreichen, jedoch ohne vom Eintrittsgeld etwas abzubekommen?)

Doch macht man damit diese Anbieter, vor allem Youtube und Facebook nicht noch stärker? Zementiert man damit nicht deren Marktstellung? Handelt es sich bei Ihnen einfach nur um „Drittplattformen“, oder sind es Netzwerke, die zum Ziel haben, dass die Nutzerinnen und Nutzer möglichst lange bei ihnen verweilen? Weiterlesen Wem nutzt es, wenn man ARD und ZDF auf Youtube und Facebook folgen kann?

Warum gibt es in den Nachrichtensendungen von ARD und ZDF kaum Berichterstattung über Theater, Kino, Ausstellungen, Oper und Literatur?

10 Milliarden Euro fließen jährlich in Deutschland in die Kultur. Mit dem Rundfunkbeitrag werden über 8 Milliarden Euro eingenommen, über 9 Milliarden Euro geben ARD, ZDF und Deutschlandradio jährlich aus. Doch Tagesschau und Tagesthemen, heute, heute journal und heute+ berichten kaum über das kulturelle Leben, es sei denn, ein millionenteures Gebäude wird eingeweiht oder ein großes, international bekanntes Festival findet statt.

Es gibt in Deutschland jährlich ungefähr 35 Millionen Besucherinnen und Besucher in 126.000 Theateraufführungen und 9.000 Konzerten. Es gibt rund 140 öffentlich getragene Theater, 220 Privatbühnen, 130 Opern-, Sinfonie- und Kammerorchester, 70 Festspiele, 150 Theater- und Spielstätten ohne festes Ensemble, 1100 Tournee- und Gastspielbühnen ohne festes Haus und eine unübersehbare Vielzahl freier Gruppen. Weiterlesen Warum gibt es in den Nachrichtensendungen von ARD und ZDF kaum Berichterstattung über Theater, Kino, Ausstellungen, Oper und Literatur?

Zitiert: Die geistlose Mechanik der Algorithmen

Peter Grestes Film verdeutlicht jedoch, dass man einen Kategorienfehler begeht, wenn man jene Algorithmen, die all dies bewerkstelligen, nur einen Mangel an Intelligenz unterstellt. In der Dokumentation kann zwar nicht im Detail erklärt werden, wie die Algorithmen funktionieren – „wie sie genau arbeiten, ist ein streng gehütetes Geheimnis“ -, der Film lässt aber erahnen, dass ihre geistlose Mechanik dazu gemacht ist, um bei der Überprüfung von 100 Millionen Einträgen pro Monat das Kreativem Spontane und Individuelle menschlicher Kommunikation  systematisch zu nivellieren. Auf diese Weise werden gegenwärtig die insgesamt zwei Milliarden Facebook-Mitglieder – also fast ein Viertel der Weltbevölkerung -, digital über einen Kamm geschoren. Vielfalt und Widersprüchlichkeit subjektiver Ausdrucksformen werden so mit einer mechanischen Zwangsläufigkeit ausgefiltert. Weiterlesen Zitiert: Die geistlose Mechanik der Algorithmen

Zitiert: Fünf Prozent vom Rundfunkbeitrag für Innovationen

Der Rundfunkbeitrag ist nicht nur für die öffentlich-rechtlichen Anstalten da. Deswegen wollte eine Innovationsagentur fünf Prozent der Mittel bekommen. Derzeit wird viel über Reformen bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten, ihre künftigen Aufgaben und die Höhe des Rundfunkbeitrags diskutiert. Eine Frage erscheint mir vernachlässigt:…

“Demographischer Wandel“ ist in Wahrheit eine Stillstellung und Entleerung des öffentlichen Raums

Ulrich Kasparick war einmal Bundestagsabgeordneter und Staatssekretär (SPD) und ist seit einigen Jahren wieder Pastor in Hetzdorf, einem Dorf in der Uckermark. Er verbindet also intime Kenntnisse sowohl des politischen Betriebs wie des Landlebens in Ostdeutschland. Eindrucksvoll weist er auf ein zentrales Problem hin: Die Demokratie lebt vom öffentlichen Gespräch – dies aber hat in den östlichen Landgebieten keinen Ort und keine Tradition. Was beschönigend als „demographischer Wandel“ beschrieben wird, ist in Wahrheit eine Stillstellung und Entleerung des öffentlichen Raums, besser gesagt seiner noch bestehenden Reste. Es gibt kaum noch soziale Orte, an denen man miteinander direkt, offen und persönlich über Politik diskutieren und von Angesicht zu Angesicht streiten kann. Weiterlesen “Demographischer Wandel“ ist in Wahrheit eine Stillstellung und Entleerung des öffentlichen Raums