Lutz Marmor und Paul Kirchhof zur Werbefreiheit

Der ARD-Vorsitzende und NDR-Intendant Lutz Marmor spricht laut horizont.net sich deutlich gegen ein Werbe-Aus im öffentlich-rechtlichen Rundfunk aus. „Werbung hält die Beitragszahlung in Grenzen“, argumentiert er am Dienstag zum Auftakt des Deutschen Medienkongresses in Frankfurt.

 

Ein so niedrig dosiertes Maß an Werbung, wie es ARD und ZDF ausstrahlen, sei in einer Marktwirtschaft vertretbar. Dies sieht Verfassungsrechtler Paul Kirchhof anders. Zur Jahrestagung des Instituts für Rundfunkrecht an der Kölner Universität im Jahr 2011 warnte er davor, „dass Werbetreibende immer auch Einfluss auf das Programmumfeld hätten“ und sagte wörtlich: „Wer zahlt, schafft an“. Deshalb solle der Gesetzgeber die Werbefreiheit von ARD und ZDF im Rundfunkstaatsvertrag festschreiben. Weiterlesen Lutz Marmor und Paul Kirchhof zur Werbefreiheit

Rundfunkbeitrag (VI): Wo bleibt die Werbefreiheit

 

In der aktuellen Debatte geht die Diskussion um die Werbefreiheit fast unter. Allerdings würde das aktuelle Plus nicht reichen, um die Öffentlich-Rechtlichen werbefrei zu machen, so der Vorsitzende der KEF, Heinz Fischer-Heidlberger in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung (19.12.). Allerdings werde man ein Gutachten zu Werbung und Sponsoring erstellen, das man „im Januar mit der Rundfunkkommission diskutieren“ wird.

Knipsen die Werber die Medien aus?

 

Über neue Trends in der Werbung, beim Content Marketing wie auch über und Owned Media, berichtete Thomas Koch in der Wirtschaftswoche. Unternehmen würde versuchen, sich selbst über eigene Kanäle zu bewerben. Das Geschäftsmodell der herkömmlichen Medien geraten so unter Druck, wie sich auch PR-Unternehmen umstellen müssen.

 

Zum Nachlesen

Zitat: Wie die Werbung vor 20 Uhr der Verjüngung des ZDF schadet

 

„Dass dieses System nicht nur eine fragwürdige Industrienähe produziert, sondern auch Ursache und Wirkung verdreht hat, ist besonders ärgerlich: Weil im Vorabend so viele Unternehmen um die älter Zielgruppen werben, denkt das ZDF überhaupt nicht daran, Serien für ein jüngeres Publikum zu produzieren – sondern dreht immer wieder dieselben. … Im Grunde sabotiert die politisch (noch) gewollte Erlaubnis, im öffentlich-rechtlichen Fernsehen Werbung laufen zu lassen, die Bestrebungen des ZDF, sein Hauptprogramm zu verjüngen. Und der einzige, dem das nützt, ist: die Pharmaindustrie.“

 

Peer Schrader: auf ulmen.tv

Zensus: Führt die geringere Bevölkerungszahl zu geringeren Werbeeinnahmen?

Joachim Huber geht im Tagesspiegel auf den Aspekt ein, „dass die neue, gesunkene Zahl der Nutzer auch die Reichweiten der Radio- und Fernsehsendungen schmelzen lässt. Die TV-Quote beispielsweise wird über eine Stichprobe an Haushalten gewonnen und dann zur repräsentativen Aussage für die Gesamtheit hochgerechnet. Sinkt aber deren Umfang, sinkt auch die Quote.“

 

 

Weiterlesen