ARD-Produzentenbericht: „Meilenstein auf dem Weg zu Transparenz“?

Die Ergebnisse des ersten ARD-Produzentenberichts, der am 23. September in Stuttgart vorgestellt wurde,  fasste Volker Nünning in der Medienkorrespondenz (02.10.2015)zusammen. „Die ARD hat im Jahr 2014 insgesamt 707,1 Mio Euro an Firmen für die Herstellung von Fernsehproduktionen gezahlt. Mehr als zwei Drittel des Gesamtbetrags hätten Unternehmen erhalten, die nicht mit der ARD verbunden seien. … Von den insgesamt 707,1 Mio Euro, die die ARD 2014 an Produzenten zahlte, flossen konkret 493,5 Mio Euro an Unternehmen, bei denen weder eine ARD-Anstalt noch die Degeto direkt bzw. indirekt beteiligt ist. Das entspricht einem Anteil von 69,8 Prozent. Weiterlesen ARD-Produzentenbericht: „Meilenstein auf dem Weg zu Transparenz“?

MDR Produzentenbericht 2013

Der MDR-Rundfunkrat fasst die Fakten wie folgt zusammen:

„Der Gesamtwert aller Auftrags-, Ko- und Mischproduktionen des MDR Fernsehens, der Fernsehbereiche der MDR-Landesfunkhäuser Sachsen, Sachsen- Anhalt und Thüringen sowie des KiKA betrug 2013 insgesamt 60,3 Millionen Euro und liegt damit auf dem Niveau des Vorjahres. Von den MDR-Vergaben ging der überwiegende Anteil (61,7 Prozent) an unabhängige Produzenten. Dies ist eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr (56,5 Prozent). Von den Aufträgen an unabhängige Produzenten gingen knapp 40 Prozent an Produktionsfirmen, die ihren Sitz in Mitteldeutschland haben.“

 

Wenn man etwas tiefer ins Detail geht, ist festzustellen, dass die Auftragsvergabe an unabhängige Produzenten durch den MDR um mehr als 4,5 Mio. Euro auf insgesamt 30,58 Mio. Euro gestiegen. Allerdings wurden in Sachsen fast 1,2 Mio. Euro weniger ausgegeben. Weiterlesen MDR Produzentenbericht 2013

WDR-Produzentenbericht 2013

Im Jahr 2013 wurden Produktionsaufträge in Höhe von 113 Mio Euro vergeben. Rund 74 Mio Euro und damit zwei Drittel der Gesamtaufträge erhielten 2013 TV-Produzenten mit Sitz in Nordrhein-Westfalen, meldet die Funkkorrespondenz (26/2014).

 

Der ausführliche WDR-Produzentenbericht ist hier zu finden.

Produzentenbericht des NDR

Der MDR hatte am 18. März 2013 angekündigt, einen Produzentenbericht vorzulegen. „Zusätzlich zu dem bereits alle zwei Jahre erstellten Vergabebericht für nicht programmbezogene Leistungen wolle der Sender auch die Vergabe von Programmleistungen transparent machen.“ Der WDR war dann dem MDR zuvorgekommen und hatte am 12. Juli 2013 seinen bisher nur dem Verwaltungsrat vorgelegten Produzentenbericht veröffentlicht. Allerdungs gab es an dem Bericht auch Kritik. So stellte die Rheinische Post fest, dass sich aus den Zahlen und Daten, die der WDR veröffentlicht hat, nicht ersehen lasse, „wie hoch der Umsatzanteil der jeweiligen Unternehmen ist“. Zudem fehlen in dem Produzentenbericht „Programme, an denen der WDR beteiligt war, die aber unter Federführung eines anderen Senders entstanden. Auch das Vorabend-Programm sowie Gemeinschaftssendungen der ARD wurden ausgeklammert, wenn der WDR nicht selbst Vertragspartner der Produzenten war.“

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