Würden Populisten mit einem autoritären Verständnis von Staatlichkeit heute auf die Regierungsbank gelangen, hätten sie Zugriff auf ein beängstigendes Arsenal von Repressionswerkzeugen. Mit der Vorratsdatenspeicherung lassen sich Kommunikationsströme und Bewegungsprofile von Oppositionellen und Journalisten nachvollziehen. Der Staatstrojaner gewährt Vollzugriff auf Smartphones und Computer. Polizeiarbeit wurde zunehmend in den „präventiven“ Bereich verlagert und so vergeheimdienstlicht. Basierend auf Annahmen und Wahrscheinlichkeiten dürfen heute so schwere Eingriffe in Grundrechte vorgenommen werden, wie nie zuvor. In Kombination mit schwammigen Rechtsbegriffen wird daraus eine toxische Mischung. Es liegt auf der Hand, dass eine völkische Partei ein anderes Verständnis davon hat, was eine „drohende Gefahr“ oder einen „Gefährder“ ausmacht. … Weiterlesen Zitiert: Populisten im schlüsselfertigen Überwachungsstaat
Schlagwort Populismus
Ökonomischer Druck befördert Populismus in den Medien
Aber viele Medien unterliegen eben auch ökonomischen Zwängen. Und da gilt einfach: Die AfD bringt Clicks und Quote. Und man könnte auch sagen: Populism sells, letztendlich sind es knallharte ökonomische Argumente, die für Medienhäuser zählen. … Wir müssten eigentlich viel mehr darüber reden, wie wir Medien viel stärker von ihren ökonomischen Sachzwängen befreien können, damit sie eben eine unabhängige und freie Berichterstattung auch wirklich leisten können.
Johannes Hillje, Medias Res, Deutschlandfunk, 14.09.2017 (online)
Zitat: Wie man mit der AfD journalistisch umgehen muss
“Kein reines Nacherzählen von Umfragewerten, keine Reduktion auf schillernde Zitate aus der Boateng-Grenzschuss-Kanzlerdiktatorin-Ecke, sondern stattdessen Nachhaken. Lieber ausgeruht zeigen, wie Frauke Petry sich im Interview der Deutschen Welle von Conflict Zone selbst entzaubert. Wer Trump oder die AfD nach konkreten Zahlen und Handlungsideen fragt, wird spüren, wie oberflächlich sie antworten. Es passierte bisher zu selten.”
Christian Fahrenbach, krautreporter.de, 14.06.2016 (online)
Zitat: Die Medien und die Populisten
“Seit Kurzem beobachte ich als deutscher Journalist in New York, wie die Medien in den USA einen neuen Umgang mit Donald Trump lernen. Endlich greifen sie an – und zeigen dabei sogar, wie man auch in Deutschland mit der neuen Rechten umgehen…
In einer radikalisierten Situation triumphiert immer der, der am radikalsten ist.
“Darauf darf man sich also schon mal auf keinen Fall einlassen. … Nötig ist stattdessen immer das klare Aufzeigen der demokratisch-rechtsstaatlichen Alternative, die aus sich selbst heraus befriedend und entradikalisierend wirken kann. Demokraten und der Demokratie verpflichtete Medien sollten daher auch keinen…
