Zitiert: Sind Tageszeitungs- und Onlinejournalismus synonym?

Ich verwende eher Tageszeitungs- und Onlinejournalismus synonym, weil er nur in Echtzeit, also digital verbreitet ausreichend Interessent*innen findet, um rentabel und relevant zu sein. Anders verhält es sich mit tiefergehenden Analysen, langen Reportagen, Betrachtungen ohne frühes Verfallsdatum, die den Leuten Möglichkeiten geben, im Wochen- oder Monatsrhythmus aus dem Internet aufs bedruckte, haptische Papier zu entkommen. Am Erfolg von Katapult als Magazin oder Lokalzeitschrift lässt sich gut ablesen, dass daran Bedarf besteht.

Benjamin Fredrich, journalist.de, 20.01.2022 (online)

Zitiert: Liveticker bietet bei Schach-WM Mehrwert

Das Livetickerwesen des Onlinejournalismus ist in vielerlei anderer Hinsicht eine Pest. Ich halte es für sagenhaft unseriös, über nicht abgeschlossene und für viele Menschen existenzielle Ereignisse – Amok, Terror, Unglücke sind dazu zu zählen – in Echtzeit zu berichten. Die Berichterstattung über den Amoklauf von Newtown 2012, den Anschlag auf den Boston-Marathon 2013 oder über den Absturz der Germanwings-Maschine 2015 sind Beispiele für meines Erachtens in die Hose gegangenen Echtzeitjournalismus, die in ihrer exzessiven und nicht etwa auf Sicherheitshinweise beschränkten Form nicht nur niemand brauchte, sondern alle, die sie verfolgten, zwischenzeitlich auch auf einen falschen Stand brachte. Weiterlesen Zitiert: Liveticker bietet bei Schach-WM Mehrwert

Die Leistungen des Lokaljournalismus

Die Ergebnisse einer empirischen Studie zur Qualität der Lokalberichterstattung in Zeitungen und Onlineangeboten von Anna-Lena Wagner (Uni Dortmund) zeigen, dass der Lokaljournalismus sich zwar gegenüber den früher ermittelten Defiziten verbessert hat, etwa im Bereich der Themenvielfalt und Unabhängigkeit. Er ist aber immer noch dadurch charakterisiert, dass wenig Hintergründe vorkommen, die Vielfalt an Darstellungsformen gering ausfällt und eher unkritisch über das lokale Geschehen berichtet wird. Im Bereich Partizipation schöpfen Print- und Onlineausgaben die Möglichkeiten ebenfalls nicht aus.

 

Presseerklärung (online)

Link zur Veröffentlichung in Publizistik (Paid, online)

Zitiert: Folgen der Messbarkeit der Klicks für den Onlinejournalismus

Ein wesentlicher Aspekt ist die permanente Messbarkeit des Klick-Erfolgs jedes Artikels: Diese Messbarkeit hat natürlich eine Auswirkung auf die Arbeit in Onlineredaktionen. Texte, die beim Leser ’nicht funktionieren‘, haben oft keine große Sendezeit. Wenn uns ein Thema trotzdem am Herzen liegt, gehen wir an die Verkaufe: Funktioniert eine andere Zeile besser? Finden wir ein knackigeres Bild?“ … Keiner einzelnen Redaktion lässt sich ein Vorwurf machen. Bloß mittel- und langfristig haben die herrschenden Mechanismen Kollateralfolgen. Erstens führen sie zum Eindruck, dass alle auf sehr ähnliche Weise melden, was alle melden, und die Vielfalt der Medien nur scheinbar ist. Weiterlesen Zitiert: Folgen der Messbarkeit der Klicks für den Onlinejournalismus

Zitiert: Der Unterschied zwischen digitalem Journalismus und Onlinejournalismus

„Digitaler Journalismus signalisiert also die Veränderung des Journalismus als kulturelle Praxis, während der Begriff Onlinejournalismus lediglich angibt, auf welchem Übertragungsweg Journalismus stattfindet bzw. eher einen Vertriebskanal in Abgrenzung zu Rundfunk oder Printerzeugnissen bezeichnet. Mit ersterem sind zudem die strukturellen Veränderungen besser beschrieben,…