Medienverlage und Lobbyorganisationen als Kooperationspartner

In „Ausverkauf des Journalismus – Medienverlage und Lobbyorganisationen als Kooperationspartner“ betrachtet Marvin Oppong eine strukturelle Entwicklung genauer, die bisher von Öffentlichkeit und Zivilgesellschaft relativ unbeachtet blieb. Der Autor beschreibt die zunehmenden Kooperationen von Zeitungsverlagen mit Lobbyorganisationen und analysiert sie unter den wichtigen Fragestellungen der Unabhängigkeit und Objektivität der Redaktionen und ihrer Berichterstattung. Dabei warnt er vor erheblichen negativen Konsequenzen, wenn diese Entwicklungen in ihrer jetzigen Form weitergehen.

 

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Zitiert: Politik ist in der Medienberichterstattung fast ausschliesslich Parteipolitik

“Politik ist den von Parteien überwachten Sendern längst zur Parteipolitik geronnen. Nicht, was die Menschen bewegen mag – sondern: Was die Parteien an Themen forcieren, wird als Politik verkauft. Das ist der Motorschaden der Öffentlich-Rechtlichen; da hilft es wenig, spirituelle Debatten über die Lackierung des Fahrzeugs vorzuschieben.”

 

Friedrich Küppersbusch, taz, 7.2.2016 (online)

Schweizer Medien im Qualitätstest

“Im Sommer soll sich zeigen, wer in der Schweiz der qualitativ beste Informationsanbieter ist. Ein Verein will eine Rangliste publizieren, die von Wissenschaftern erstellt wird. Gut 400 000 Spenderfranken brachten die Initianten zusammen. Vierzig  Angebote in der Deutschschweiz und der Romandie will man testen, darunter Zeitungen, News-Websites sowie Radio- und Fernsehsendungen. Rein regionale Titel werden nicht berücksichtigt”

 

Dies berichtet Rainer Stadler in der Neuen Züricher Zeitung (13.2.2016, online)

Flüchtlingsdebatte: „Alles nur Theater“?

Norbert Lammert hielt die Marbacher Schillerrede und nutzte die Gelegenheit, um über aktuelle Krisenphänomene der repräsentativen Demokratie zu reden. „Macht und Ohnmacht. Alles nur Theater?“ hatte er laut  Volker Breidecker (Süddeutsche Zeitung, 9.11.2015, online) seine Rede betitelt. Volker Breidecker verwies u.a. darauf dass Lammerts Rede „nicht durchweg eine Uraufführung (war), sie folgte über weite Strecken einem Kapitel seines aktuellen Buchs. Dem minutenlang begeistert applaudierenden Publikum blieb der Zitat-Charakter der Rede verborgen.“

 

Dass die CDU in politischen Debatten bereit ist, „Theater zu spielen“, offenbarte der damalige saarländische Ministerpräsidenten und heutige Bundesverfassungsrichter Peter Müller unter Verweis auf die Debatte zum Zuwanderungsgesetz im Jahr 2002. Peter Müller: „Die Empörung hatten wir verabredet. Das war Theater, aber legitimes Theater“. (Worte des Jahres 2002, Zeit online) Weiterlesen Flüchtlingsdebatte: „Alles nur Theater“?

Austausch zwischen den Systemen

Der Koordinator des ARD-ZDF-Jugendangebots Florian Hager kann nachvollziehen, dass die privaten Medienanbieter Angst vor dem neuen Angebot haben. Er verweist allerdings im Interview mit taz-Medienredakteur Jan Kruse (taz, 3.11.2015) darauf, dass

 

„gerade die Netzwerke, die ja viel Onlinevideocontent produzieren, … sehr interessiert daran (sind), mit uns Formate zu entwickeln, mit uns Dinge auszuprobieren, die auf den ersten Blick vielleicht nicht monetarisierbar sind. Außerdem gibt es in der großen Fernsehwelt ja auch jetzt schon jede Menge Austausch: Serien wandern zwischen den Systemen, Moderatorinnen und Moderatoren – da sagt ja auch keiner was. Und durch die größere Vielfalt, die wir bringen, wird die allgemeine Qualität steigen, davon profitieren alle.“

 

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