Zitiert: Presse muss auch einmal „öffentliche Meinung gegen sich aufbringen“

Ein Präsident, sagte Kennedy, sollte keine Angst davor haben, dass die Öffentlichkeit sein Regierungsprogramm mit kritischem Blick betrachte. Dafür sei die Presse da, die Presse – und natürlich berief er sich auf das First Amendment -, „die nicht in erster Linie amüsieren und unterhalten, nicht das Triviale und Sentimentale betonen“ solle. Schon gar nicht sei es ihre Aufgabe, „dem Volk zu geben, was es haben will“, vielmehr gehe es darum zu informieren, aufmerksam zu machen, zu reflektieren, zu leiten, zu formen und zu bilden. Und dann sagt er etwas Unglaubliches – „und manchmal die öffentliche Meinung gegen sich aufzubringen“.

Willi Winkler, sueddeutsche.de, 07.03.2025 (online)

Zitiert: Bilden die Medien die Komplexität immer ab?

Es hätte der Untersuchungen zu Mannheim nicht bedurft, um zu vermuten: Nein. Medien sind, nein, kein Spiegel der Gesellschaft, dann wäre der Anteil an Migranten und Ostdeutschen, Nichtakademikern und Menschen aus einkommensschwachen Schichten in den Redaktionen höher. Sie sind auch nicht ferngesteuert…

Zitiert: Zeitungsberichte ähneln zunehmend den Pressemitteilungen der AfD

2018 haben Thomas Hestermann und seine Leipziger Kollegin Elisa Hoven systematisch untersucht, welches Bild von Kriminalität in Deutschland die AfD produziert. Dafür haben sie die Pressemitteilungen analysiert, die deren Bundesverband, Landesverbände, Bundestagsfraktion und die Landtagsfraktionen herausgeben. Dabei stellten sie fest, dass in…

Zitiert: RBB verzögert Aufklärung über fehlerhafte Gelbhaar-Berichterstattung

Schon seit einer Woche liegt der Bericht zum Gelbhaar-Skandal beim RBB. Eigentlich wollte die Intendantin diesen für die Öffentlichkeit transparent machen. Doch daraus wird vorerst nichts.

„Arbeitsrechtliche und gesetzliche Vorgaben“ stünden einer Veröffentlichung entgegen, heißt es von Demmer jetzt. Das berichtet die Katholische Nachrichtenagentur (KNA). […]

Bereits Ende Februar hatte die damalige Rundfunkrätin Antje Kapek (Grüne) eine bewusste Verschleppung der Aufklärung angedeutet und davor gewarnt. Auch bei dieser Sitzung hatte der Untersuchungsbericht schon auf der Tagesordnung gestanden.

Niklas Liebetrau, berliner-zeitung.de, 12.03.2025 (online)

Zitiert: Journalismus muss auch gewichten

Es ist ambivalent: Für Verbrechen wie in Mannheim, Solingen, Magdeburg, Augsburg muss man gehörig psychisch wirr sein, um sie begehen zu können. Zugleich billigt die Psychiatrie stark neurotischem Handeln noch durchaus Rationalität und Steuerungsfähigkeit zu. Sprich, die vermeintlich politischen Motive können durchaus eine Rolle gespielt haben. Und mit dieser komplizierten Diagnose wird nach Hirneslust wurschtig umgegangen. So entsteht der Eindruck, dass deutsche Verbrecher psychisch krank, migrantische politisch motiviert seien. Die Gewichtung kennt jedoch niemand wirklich, und also gehört beides jeweils ermittelt und gemeldet.

Friedrich Küppersbusch, taz.de, 09.03.2025 (online)