Zitiert: Radio als Marktplatz „für alle“

Die Armut an Wellen war der Haupt- und harte technische Grund dafür, dass das Radio, angeschmiegt an die Tagesabläufe, lange noch „an alle“ ging, eine Art Marktplatz der Klänge, Informationen und Meinungen war, auf dem man im Laufe des Tages allem begegnete, und nur durch Abschalten ausweichen konnte. Bildung durch Vielfalt, der man nicht entkommen konnte. Mozart, Caprifischer, Caterina Valente und die Korrespondentenberichte, Stadien, Kneipen, Wissenschaft. Fast alle konnten mitreden über das, was fast alle gehört hatten, so wurde die Brotzeit zum räsonierenden Publikum. Volksgemeinschaft, demokratisch.

Mathias Greffrath, Deutschlandfunk, Essay und Diskurs, 12.04.2026 (online)

Zitiert: Selten ein Diskurs auf Instagram

Zur Wahrheit gehört aber auch: Egal, wie die Redaktion getextet hätte, die Kommentare auf Instagram wären wahrscheinlich ähnlich ausgefallen. Weil sich Diskussionen über Artikel dort fast nie darum drehen, was in diesen Artikeln tatsächlich steht, sondern darum, was in diesen Artikeln vermutlich steht. Weil kaum noch jemand die Texte liest, bevor er oder sie kommentiert.

Annika Schneider, Übermedien, 25.04.2026 (online)

Zitiert: ARD will lokale Debattenräume ersetzen

Wir wissen aus aktuellen Studien, dass rund drei Viertel der Menschen in Deutschland die Sorge haben, dass unsere Gesellschaft auseinanderfällt. Noch mehr, nämlich 82 Prozent der Menschen, erwarten explizit vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk, die Rolle des gesellschaftlichen Kitts auszufüllen. Heißt für uns: wir…

Zitiert: Was die ARD machen könnte

Die ARD kann mit ihren Angeboten digitale Orte des gesellschaftlichen Austauschs schaffen – mit Service, konstruktiven Inhalten und Interaktion als Brücke zurück zur physischen Welt, als Einladung zur Mitgestaltung und konkreten Beteiligung am Gemeinwesen. […] Die ARD ist gefordert mitzuwirken – nicht…

Zitiert: Talkshows sind mehr „Problembär denn Diskurs-Dompteur“

So, wie sie heute aufgestellt seien – mit Promis statt Expert*innen besetzt, weder unter Gästen noch in den Redaktionen vielfältig aufgestellt – tun Talkshows vor allem eines: Sie fördern eher reaktionäre „Wir gegen Die“ Narrative als einen „Wir gemeinsam gegen das Problem“ Ansatz. Zaboura nennt das eine „Denkfolie der Gegnerschaft“. […]

Das Ziel, schreibt Zaboura, müssten Formate sein, die die „Kontrolle von Macht im Auftrag der Zivilbevölkerung“ zur Funktion haben. Zurecht erwarten Leute heute mehr mediale Teilhabe.

Antonia Groß, MDR Altpapier, 18.07.2025 (online)