Out of Space: Alles wird messbar

Versicherungen ködern ihre Kunden mit Rabatten, wenn sie ihren Lebensstil preisgeben. Der US-Jurist Scott Peppet warnt: Das kann schnell in ein System der Überwachung und Bestrafung umschlagen.

Wenn heute nicht die Regeln dafür festgelegt werden, macht sich in Zukunft der verdächtig, der seinen Daten nicht freigibt. Zudem ist es schwierig zu erfahren und zu kontrollieren, welche Daten die jeweiligen technischen Geräte erfassen und weiterleiten. Zumeist sammeln sie weit mehr als erst einmal dargestellt wird.

 

Interview mit Scott Peppet in der Süddeutschen Zeitung, 11.12.2014

 

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Zitiert: Überwachungskapitalismus

Der Ex-Pirat Christoph Lauer widmet sich im Tagesspiegel dem Überwachungskapitalismus. Der Begriff Überwachungskapitalismus wurde durch die US-amerikanische Wissenschaftlerin Shoshana Zuboff geprägt und von ihr wie folgt definiert: „Die durch uns produzierten Daten sind Güter. Sie werden durch Überwachung produziert. Diese Überwachungsgüter haben einen Wert, sind also Überwachungskapital. Es entsteht ein Überwachungskapitalismus, in dem unser Verhalten zur Ware wird.“ Weiterlesen Zitiert: Überwachungskapitalismus

Klick-Tipp: Wie bedrohlich sind Big-Data-Algorithmen

Big Data ist eines der Topthemen in der Sachliteratur. Doch erst jetzt wendet sich erstmals eine Expertin für Künstliche Intelligenz mit einem Buch an eine breite Öffentlichkeit. Yvonne Hofstetter, die mit ihrem Unternehmen intelligente Software an militärische und zivile Auftraggeber liefert, gibt für den Laien verständliche Einblicke, wie selbstlernende Algorithmen funktionieren, erklärt, wie bedrohlich sie wirklich sind und weshalb die Politik versagt hat. In zehn Vorschlägen zeigt sie auf, wie dem profitablen Missbrauch von Daten entgegen gewirkt werden kann.

 

Ivonne Hofstetter im Interview mit Vera Linß im Radio-1-Medienmagazin vom 20.09.2014

 

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Zitiert: „Jede Gefälligkeit rächt sich.“

Groß ist diese Weisheit, aber unbequem. Sie könnte als riesiges Warnschild über dem Boulevard des Kundenkapitalismus hängen. Je eifriger sich Hersteller und Handelskonzerne den Wünschen der Kunden unterwerfen und ihnen zu Gefallen sein wollen, desto entschlossener gehen sie daran, im Gegenzug ihre Kunden zu willfährigen Jüngern und ergiebigen Ertragsquellen zu machen. Die Abhängigkeit der Firmen vom Kunden soll dieser mit der reziproken Abhängigkeit von der Firma bezahlen.

 

Andreas Zielcke, Süddeutsche Zeitung, 11.08.2014. S. 11