Das Altpapier gibt’s im 26. Jahr nun auch als „Podcast“, wie dwdl.de es formuliert. […] Wer möchte, kann die neue Audio-Form natürlich im Zusammenhang mit dem (gerade ja nochmals auf einer überraschenden Kippe stehenden) Reform-Medienstaatsvertrag sehen, also mit der Reduzierung von textlastiger „elektronischer Presse“ ohne Sendungsbezug in öffentlich-rechtlichen Internetangeboten.
Ich würde da bei meiner Ansicht bleiben, dass das Altpapier, schon weil der Text so lang ist und so viele externe Links enthält, keinerlei Presse ähnlich, sondern ein originäres Onlineformat ist. Dass es sich bei der Formel „Presseähnlichkeit“ um ein „Retro-Konzept“, ja „Zombie-Konzept“ handelt, schrieb etwa voriges Jahr bei netzpolitik.org das frühere ZDF-Gremien- und jetzige ORF-Stiftungsrats-Mitglied Leonhard Dobusch… Wobei solche zähflüssig-rückwärtsgewandten Aspekte die deutsche Diskussion übers und im Internet eben schon seit circa 2000 zu einem nicht unwesentlichen Teil prägen. Gerade für Medienkolumnen ergibt das natürlich dankbare Themen. Doch etwas mehr zukunftszugewandter Gesprächsstoff wäre fürs nächste Vierteljahrhundert schön.
Christian Bartels, MDR Altpapier, 10.11.2025 (online)

