Zitiert: Wissenschaftsjournalismus ist mehr als eine Nische

Denn Wissenschaftsjournalismus berichtet nicht nur über neue Studien und Innovationen, die aus dem Wissenschaftsbetrieb herauskommen. Er trägt auch wissenschaftliche Stimmen in Debatten, die ihren Ursprung in einem anderen gesellschaftlichen System haben. Er kann verbraucherorientiert sein, wenn er drängende Fragen des Alltags wissenschaftlich fundiert beantwortet. Er kann Neugier wecken und befriedigen, er kann die Zumutungen der Weltlage erklären und vielleicht sogar zu ihrer Lösung beitragen.

Und nicht zuletzt schaut er dem Wissenschaftssystem selbst kritisch auf die Finger, weist auf Verzerrungen oder Interessenskonflikte hin und beteiligt sich so daran, ein Wissenschaftssystem zu schaffen, das zum Wohle der Gesellschaft arbeiten kann.

Um diesen Aufgaben nachzukommen, braucht es Menschen, die über die entsprechende Expertise verfügen. Menschen, die in der Lage sind, Äußerungen aus dem Wissenschaftsbetrieb kritisch zu hinterfragen. Menschen, die Leidenschaft für die Themen mitbringen und im redaktionellen Alltag dafür einstehen, dass sie auch den ihnen gebührenden Platz in Sendungen und auf Webseiten erhalten.

Studien zeigen, dass sich nicht nur das Medienvertrauen, sondern auch das Vertrauen in alle möglichen gesellschaftlichen Institutionen in einer Krise befindet. Das gilt auch für den Wissenschaftsbetrieb. Blickt man auf Mega-Themen wie die Pandemiebekämpfung, die Klimakrise, die Energiewende, die Verkehrswende, die Gesundheitsreform, die digitale Revolution, ist das demokratiegefährdend. Kann man sich aber darauf verlassen, dass kundige Journalistinnen und Journalisten ein gesellschaftliches System kritisch durchleuchten, fällt auch das Vertrauen in die Institutionen leichter.

Jana Ballweber, turi2.de, 25.06.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)