Unsere Idee war es, der Branche wieder eine Plattform zu geben, die ohne Gefälligkeiten auskommt und für kritischen und investigativen Journalismus steht. Unsere Leitgedanken: Medieninsider sind näher dran. Wir wollten den Blick durchs Schlüsselloch in eine Branche ermöglichen, die über andere aufklärt, sich selbst aber nicht immer gern in die Karten schauen lässt. Unser Journalismus beginnt dort, wo die Pressemitteilung aufhört oder erst gar keine erscheint.
Sechs Jahre lang ist uns das erfolgreich gelungen – als Dienst an einer Branche, die das Privileg der Selbstkontrolle genießt. Nach unserer Auffassung war das nur möglich, weil wir ein Geschäftsmodell gewählt haben, das weniger angreifbar ist als die gängigen. Deshalb haben wir von Anfang an fast komplett auf Paid Content gesetzt, auf die Finanzierung durch eine Community, die nicht nur aus Unternehmen, sondern zahlreichen einzelnen Mitgliedern besteht, denen ein selbstkritischer Umgang genauso wichtig ist wie uns.
Die Skepsis zu Beginn war groß – nicht nur extern. Auch wir waren uns nicht sicher, wie weit uns unsere Überzeugungen tragen würden. Würden wir überhaupt mehr als ein Jahr überstehen? Heute wissen wir: Aus der Idee ist ein tragfähiges Medienunternehmen geworden.
In sechs Jahren Medieninsider habe ich mehr als 800 Stücke veröffentlicht, insgesamt sind mehr als 2.500 online gegangen. In der Spitze haben mehr als 1.000 Mitglieder gleichzeitig für Medieninsider bezahlt und damit diese zahlreichen Recherchen, Analysen und Scoops überhaupt erst ermöglicht. Mit einem kleinen, ambitionierten und experimentierfreudigen Team sowie einem sehr fokussierten Angebot ist Medieninsider zu einem der relevantesten Medienmagazine Deutschlands geworden. […]
Wir haben Medieninsider in den vergangenen Jahren so weit gebracht, wie wir es mit einem Kernteam von zwei Leuten schaffen konnten. Auch unter hohem persönlichen Einsatz. Das gehört zur Wahrheit dazu. Medieninsider hätte in dieser Form weiterbestehen können. Nur stellte sich immer wieder die Frage: Wollen wir das? Reicht uns das? Nein, es reicht uns nicht. Deshalb haben wir in den vergangenen Monaten nach neuen Strukturen gesucht – und nun gefunden.
Zu einem solchen Schritt gehört für uns aber auch eine Konsequenz: Wer Medieninsider künftig verantwortet, soll die Freiheit haben, es nach den eigenen Vorstellungen weiterzuentwickeln. Als Gründer und Unternehmer wissen wir, wie wichtig diese Freiheit ist.
Marvin Schade, linkedin.com, 31.08.2026 (online)

