Es ist eine Herausforderung – nicht nur für Journalist:innen und für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk als solchen, sondern vielleicht für die ganze Gesellschaft: Wie soll man damit umgehen, dass ein Gegenüber jegliche Debatte verunmöglicht, indem es faktisch belegbare Probleme nicht als solche anerkennt – und stattdessen andere behauptet, die faktisch nicht oder kaum zu belegen sind?
Ein Journalismus, dessen mächtigstes Werkzeug das Erklären ist, gerät dabei irgendwann an seine Grenzen. Ein Staatsvertrag, dessen Grundprinzip auf gemeinschaftlicher Einigung besteht, erst recht.
Der MDR mag vorerst weiter Reporter:innen ins Land schicken, die dokumentieren, wie Menschen in Sachsen-Anhalt und anderswo ihren Alltag lebenswerter gestalten, indem sie „Mitmachen statt Meckern“. Aber die Partei, die diesen Sender gerne abschalten würde, hat längst gemerkt: Meckern funktioniert als politische Taktik vielleicht noch viel besser.
Peer Schrader, dwdl.de, 29.08.2026 (online)

