Der Kampf gegen die Atomkraft nahm darin eine besondere Rolle ein, in ihm berührten sich diese angstbesetzten Themen. Der Staat, der AKWs baut, ist auch einer, der Atomraketen duldet. Und er ist einer, der die zum Krieg nötige Härte bereits im Zivilen gegen seine Bürger wendet, um die Atomkraftnutzung durchzusetzen. Diese Überzeugungen waren für das Alternativmilieu konstitutiv. Entsprechend galten die im „Atomstaat“ Herrschenden als verlogene Feinde echter Demokratie. Ähnlich blickte man auf die ihnen verbunden scheinenden „bürgerlichen“ Medien.
Also mussten Alternativmedien her. So entstand die taz 1979, aber auch das Magazin Pflasterstrand, die Zeitschrift Bürgerrechte & Polizei, der Informations-Dienst zur Verbreitung unterbliebener Nachrichten (ID) sowie diverse Piratensender und Stadtzeitungen. Es war ein publizistisches Ökosystem von unten, das „Gegenöffentlichkeit“ gleichermaßen herstellen wie diese informieren wollte.
Christian Jakob, taz.de, 25.06.2026 (online)

