Zitiert: Wenn ntv zum Kindersender wird

Eine DWDL.de-Recherche wirft Fragen auf zur Belastbarkeit der Einschaltquoten-Messung und der Qualitätssicherung beim zu Grunde liegenden Panel bzw. Panel-Haushalten. Es geht um auffällige Veränderungen im Nutzungsverhalten einer besonderen Zielgruppe, nicht an einzelnen Tagen sondern über Wochen hinweg. […]

Es geht dabei um das Kinderfernsehen, konkret um den öffentlich-rechtlichen Kika und die kommerziellen Angebote von Toggo (das Tagesprogramm von RTL Super), Toggo Plus, Disney Channel und Nickelodeon. Betrachtet wird in diesem Segment die Sendezeit zwischen 6 Uhr morgens bis zum Beginn der Primetime und dabei die Kernzielgruppe der 3- bis 13-Jährigen. Um die soll es auch in diesem Artikel fortan gehen. Dort erreichten allein diese fünf Angebote laut Jahresmarktanteilen 2025 zusammen mehr als 52 Prozent Marktanteil.

Doch im Januar 2026 fiel dieser Wert abrupt auf 41,3 Prozent. Ein sehr plötzlicher Reichweitenverlust, der mit einem Blick auf das angebotene Programm nicht erklärbar ist. Besonders betroffen: Der Kika sowie Toggo und Toggo Plus. […]

Der Nachrichtensender [ntv] holte demnach bei Kindern unter 13 Jahren einen doppelt so hohen Marktanteil wie bei Menschen zwischen 14 und 49 Jahren. Besonders kurios: An vereinzelten Tagen erreichte ntv nach DWDL.de-Recherchen sogar zweistellige Marktanteile bei den 3- bis 13-Jährigen. […]

Mindestens jedoch stellt sich die Frage, wie sinnvoll und belastbar die über das derzeitige AGF-Panel ermittelbaren Zahlen in Teil-Zielgruppen wie die der 3- bis 13-jährigen Kinder noch sind. Gemessen wird die TV-Nutzung für die AGF-Daten aktuell in 5.400 Panel-Haushalten, in denen etwa 11.000 Personen leben. Sie stehen aber für 79,463 Millionen Menschen – rein rechnerisch repräsentiert jeder Einzelne also 7.224 Personen.

Alexander Krei, Thomas Lückerath, dwdl.de, 04.02.2026 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)