Sinkende Budgets und steigende Produktionskosten machen der sächsischen Filmszene das Leben schwer. Besonders hart trifft das Sparprogramm des MDR. Doch die Branche ist einiges gewohnt.
Vor drei Jahren, 2023, gewann der Dresdner DJ Purple Disco Machine einen Grammy für einen Remix. Seine Heimatstadt feierte ihn groß, er trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein und die Imagekampagne „So geht sächsisch“ machte ihn gleich mal zum Gesicht und Botschafter des Freistaats.
Vergleichbare Reaktionen hätte sich der Dresdner Filmproduzent Ralf Kukula sicherlich auch gewünscht. Im November 2025 brachte er einen International Emmy für die Serie „Auf Fritzis Spuren – Wie war das so in der DDR?“ aus New York mit. Die goldene Trophäe hierher zu holen, kommt für die sächsische Filmbranche einem Ritterschlag gleich. Sie ist der Beweis: Wir sind Weltklasse!
Öffentlich und von politischer Seite aber blieben Jubel und Glückwünsche eher verhalten. Ein Gratulationsschreiben des sächsischen Wirtschaftsministers und eines der Kulturministerin, ein Glückwunsch-Schreiben von Dresdens Kulturbürgermeisterin – viel mehr kam im ersten Schwung nicht. Immerhin: der Intendant des MDR nahm sich ausführlich Zeit. Denn der Emmy gilt weltweit als die höchste Auszeichnung im Fernsehbereich – und der MDR bekam ihn das erste Mal.
Peter Stawowy, flurfunk-dresden.de, 02.06.2026 (online)

