Zitiert: Was KI beim BR leisten kann

Wenn man KI als Werkzeug begreift und nicht als Ersatz für journalistisches Handwerk und Urteilsvermögen, dann kann sie helfen, etwa beim Sichten von Material, bei Untertitelung oder beim Schnitt – und damit Journalisten Luft schaffen für das, was künftig immer wichtiger wird: Recherche, Einordnung, Hintergründe. […]

KI kann Prozesse günstiger machen, indem sie Standardaufgaben löst. Entscheidend ist aber, wofür wir das freiwerdende Budget einsetzen: zum Beispiel für mehr Recherche und um noch mehr vor Ort sein zu können bei den Menschen in Bayern. […]

Automatisierung hat ihren Platz bei standardisierten, datenbasierten Formaten: Wetter, Verkehr, Börse, Sportstatistiken, Service-Informationen. Die rote Linie verläuft dort, wo journalistische Verantwortung beginnt: bei politischer Einordnung, investigativen Recherchen, Interviews, etcetera. […]

Sollten alle auf dieselben Modelle und Trainingsdaten zugreifen, entstehen ähnliche Bildsprachen, Dramaturgien und Erzählmuster.

Für uns ist deshalb der Trusted Content Pool zentral: ein gemeinsamer Pool journalistisch geprüfter, vertrauenswürdiger Informationen von öffentlich-rechtlichen Medienhäusern, Verlagen und privaten Sendern, die dem Qualitätsjournalismus angehörig sind. KI arbeitet dann auf einer verlässlichen Grundlage, die unserem Auftrag und unseren Werten entspricht. […]

Unsere Standards enden nicht an der Haustür. Wer für uns produziert, verpflichtet sich zu denselben Grundsätzen: Transparenz beim KI-Einsatz, keine Täuschung des Publikums, keine Manipulation von Realität, menschliche redaktionelle Verantwortung.

Katja Wildermuth, 01.04.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)