Wenn man KI als Werkzeug begreift und nicht als Ersatz für journalistisches Handwerk und Urteilsvermögen, dann kann sie helfen, etwa beim Sichten von Material, bei Untertitelung oder beim Schnitt – und damit Journalisten Luft schaffen für das, was künftig immer wichtiger wird: Recherche, Einordnung, Hintergründe. […]
KI kann Prozesse günstiger machen, indem sie Standardaufgaben löst. Entscheidend ist aber, wofür wir das freiwerdende Budget einsetzen: zum Beispiel für mehr Recherche und um noch mehr vor Ort sein zu können bei den Menschen in Bayern. […]
Automatisierung hat ihren Platz bei standardisierten, datenbasierten Formaten: Wetter, Verkehr, Börse, Sportstatistiken, Service-Informationen. Die rote Linie verläuft dort, wo journalistische Verantwortung beginnt: bei politischer Einordnung, investigativen Recherchen, Interviews, etcetera. […]
Sollten alle auf dieselben Modelle und Trainingsdaten zugreifen, entstehen ähnliche Bildsprachen, Dramaturgien und Erzählmuster.
Für uns ist deshalb der Trusted Content Pool zentral: ein gemeinsamer Pool journalistisch geprüfter, vertrauenswürdiger Informationen von öffentlich-rechtlichen Medienhäusern, Verlagen und privaten Sendern, die dem Qualitätsjournalismus angehörig sind. KI arbeitet dann auf einer verlässlichen Grundlage, die unserem Auftrag und unseren Werten entspricht. […]
Unsere Standards enden nicht an der Haustür. Wer für uns produziert, verpflichtet sich zu denselben Grundsätzen: Transparenz beim KI-Einsatz, keine Täuschung des Publikums, keine Manipulation von Realität, menschliche redaktionelle Verantwortung.
Katja Wildermuth, 01.04.2026 (online)

