Intendanz und Programmdirektion, selbst nicht mehr die Jüngsten, wünschen sich jünger, schneller, kürzer – als wäre das ein Qualitätsmerkmal. Intendanz und Programmdirektion hecheln dem Trend hinterher. Viele Jüngere wollen nicht mehr schneller, kürzer, sondern Entschleunigung, und sie greifen zum Buch!
Noch etwas, für die Statistik: Mit etwa 80 bis 85 Prozent der Tagesreichweite ist die Gruppe der 60- bis 64-Jährigen die zweitgrößte in der Hörerschaft, die größte ist die der über 65-Jährigen. Der Grund? Langjährige Hörgewohnheiten sowie die Wertschätzung verlässlicher Programmstrukturen. Hört! Hört! Wieso also die erprobten Formate nicht behalten? If it works, don’t fix it. Neue können gerne dazu erfunden werden. Vielfalt, nicht Einfalt. Das ist der Auftrag! Jünger, schneller, kürzer UND älter, langsam, länger.
Susanne Schädlich, berliner-zeitung.de, 03.07.2026 (online)

