Zitiert: Warum Lanz, Maischberger und Co. umdenken sollten

Nun war der Ausgang der Wahl in Sachsen-Anhalt alles andere als klassisch: die gesichert rechtsextreme AfD verpasst in dem Bundesland eine absolute Mehrheit nur knapp. Deshalb wäre es wichtig, die Kein-Weiter-so-Formel auch an die Medien selbst zu richten.

Also warum nicht als Titel für die Talkshow am nächsten Sonntag nach dem Tatort: „Kein Weiter-so – wie wir beim Talken nicht immer nur AfD-Narrative verstärken“. Und als Gäste: : Caren Miosga, Sandra Maischberger, Maybritt Illner und Markus Lanz. Es moderiert Anne Will, wenn die sich noch dran erinnert, dass sie das in dem Meta-Talkshow-Format „Das Ganze eine Rederei“ vor 25 Jahren schon einmal sehr gut gemacht hat. Ansonsten sicherheitshalber eine kompetente Person aus dem Ausland.

Zur Diskussion stünden dann Gästeauswahl, Gesprächsverteilung, Diskussionsperformance dieser Talkshows. Wie wär’s zum Beispiel mit der Idee, Gäste einzuladen, die die Konsequenzen rechtsextremer Politik am eigenen Leib erfahren haben oder sich analytisch damit auskennen, statt den xten verständnisvollen Politikwissenschaftler, der in Bezug auf die AfD das Besorgte-Bürger-Opfer-Lied singt, das seit Jahren in diesen Shows angespielt wird?

Matthias Dell, @mediasres, 09.09.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)