Nun war der Ausgang der Wahl in Sachsen-Anhalt alles andere als klassisch: die gesichert rechtsextreme AfD verpasst in dem Bundesland eine absolute Mehrheit nur knapp. Deshalb wäre es wichtig, die Kein-Weiter-so-Formel auch an die Medien selbst zu richten.
Also warum nicht als Titel für die Talkshow am nächsten Sonntag nach dem Tatort: „Kein Weiter-so – wie wir beim Talken nicht immer nur AfD-Narrative verstärken“. Und als Gäste: : Caren Miosga, Sandra Maischberger, Maybritt Illner und Markus Lanz. Es moderiert Anne Will, wenn die sich noch dran erinnert, dass sie das in dem Meta-Talkshow-Format „Das Ganze eine Rederei“ vor 25 Jahren schon einmal sehr gut gemacht hat. Ansonsten sicherheitshalber eine kompetente Person aus dem Ausland.
Zur Diskussion stünden dann Gästeauswahl, Gesprächsverteilung, Diskussionsperformance dieser Talkshows. Wie wär’s zum Beispiel mit der Idee, Gäste einzuladen, die die Konsequenzen rechtsextremer Politik am eigenen Leib erfahren haben oder sich analytisch damit auskennen, statt den xten verständnisvollen Politikwissenschaftler, der in Bezug auf die AfD das Besorgte-Bürger-Opfer-Lied singt, das seit Jahren in diesen Shows angespielt wird?
Matthias Dell, @mediasres, 09.09.2026 (online)

